Letzte Aktualisierung:
26. 08. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Philatelia Köln 2005 und die "Folgen"

2004 bekam Christine van Ratingen einen Brief von der Leitung der Kölnmesse: Frau und Philatelie wurde zu einem Pressetermin für die Planung der Philatelia 2005 eingeladen. Natürlich durfte sich der Verein das nicht entgehen lassen. Im Sitzungssaal machten wir unseren Anspruch auf einen kleinen Stand geltend, den wir auch genehmigt bekamen. Viele Telefonate schlossen sich an, viele Mails gingen hin und her. Eine Bewerbungsmappe wurde erstellt und zur Messeleitung geschickt. Vieles musste geplant und organisiert werden.

Um etwas Besonderes zu bieten, arbeitete unser Mitglied Iris an einem Biografienkatalog „Frauen auf Briefmarken“, passend zu einem Thema der Messe, welche vorher mit Teil 1 auf der Messe in Leipzig vorgestellt wurde. Es ging um „berühmte Frauen“ auf Briefmarken.

Frau und Philatelie bekam Flyer mit halbem  Preissponsoring von der Kölner Messeleitung, welche vom Briefmarken Spiegel gedruckt wurden. Das Flyerlogo wurde von unserem Mitglied Hannelore gestaltet.

Niederländische personalisierte MarkeEs musste aber noch eine Besonderheit sein, so kamen die Idee auf, durch ein niederländisches Mitglied in den Niederlanden eine personalisierte Marke herstellen zu lassen. Die niederländische Post gestaltete uns eine 39-Cent-Marke, damals gängiges Porto in den Niederlanden. Der Entwurf  wurde auch von einem Mitglied und vom Ehemann unseres Mitgliedes in den Niederlanden angefertigt. Von der Marke wurden 600 Stück hergestellt und in Köln am Eröffnungstag bereitgehalten.

Natürlich ließen die niederländische Filatelie und das Daagblatt es sich nicht nehmen und berichteten darüber in einem Artikel. Durch die Fachpresse und die gesamten Kölner Presseorgane konnte jeder lesen: „Frauenstand auf der Philatelia 2005“. 

Deutsche PostViel wurde über uns berichtet, viele kamen, die jungen Sammler salopp, die Älteren sehr zögerlich, und viele Gespräche fanden statt. Wir führten ein Gewinnspiel durch, bei dem es unter anderem eine Schnuppermitgliedschaft für ein Jahr zu gewinnen gab. Auf diese Weise gewannen wir auch einige neue Mitglieder, die über die Schnuppermitgliedschaft hinaus bei uns blieben.

Obwohl die Messe nicht sehr gelobt wurde (man hatte mit mehr Besuchern gerechnet) bestätigte uns die Messeleitung, ein Lichtblick auf der Ausstellung gewesen zu sein. Viele Presseorgane rund um Köln, auch die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, berichteten über uns.

Im Jahr 2005 beendete der Redakteur des LV-Heftes seine ehrenamtliche Tätigkeit. Frau und Philatelie-Mitglied Anne-Marit erklärte sich bereit, diese Tätigkeit zu übernehmen. Ihr erstes erstelltes LV-Heft erschien im Dezember 2005. Auch hier war Elbe-Weser-Ems der erste Landesverband, welcher eine weibliche Redakteurin hatte. Viele schöne LV-Hefte gestaltete Anne, und sie erhielt eine Auszeichnung in Bronze für Verdienste für die Philatelie. Sie blieb Redakteurin bis sie baute und heiratete. Doch bis zu ihrem Dorf reichte das schnelle Internet noch nicht – so musste sie diese Tätigkeit abgeben. Und nachdem sich im ganzen Landesverband niemand fand, war es wieder eine Sammlerin von Frau und Philatelie, die diesen freiwilligen Job übernahm: Jacqueline. Auch sie werkelte fleißig und gestaltete interessante Landesverbandshefte.

Ungefähr ein halbes Jahr nach Köln kam eine E-Mail von einem Kölner Fernsehsender. Er produziert die Ratesendung „Sag die Wahrheit“ im SWR. Man frug an, ob Frau und Philatelie in einer Sendung mitmachen würden. Natürlich ließen wir uns das nicht nehmen. Zwei Jahre wurde geplant, viele Mails und anonyme Biografien von einigen Mitgliedern gingen hin und her. Es war gar nicht so leicht, jemanden aus dem Verein zu finden, die sich vor die Kamera traute. Doch Helma Janssen sagte sofort zu, da es ja auch eine tolle und auch noch kostenlose Werbung für die Sammlerinnen und die Philatelie sei.

Es folgte ein Casting per Telefon, dann kam ein Fotoshooting bei Helma zu Hause. Endlich kam die Zusage, wann es losgehe. Natürlich war auch hier ein Artikel im Briefmarken Spiegel (4/2009) fällig. Die Sendung lief am 20. April um 22 Uhr im SWR. Zur Aufzeichnung setzte sich die Vorsitzende Christine van Ratingen natürlich in den Zug und fuhr zum SWR-Sender nach Baden-Baden.

Zum Rateteam gehörten Kim Fisher, Ursula Cantieni, Mike Krüger und  Smudo. Bei dieser Quiz-Show geht es darum, dass das Rateteam zwei „Lügner“ entlarven muss. Drei Personen, darunter Helma, behaupten von sich, ein und dieselbe Person zu sein. Aber nur eine sagt die Wahrheit. Was für ein toller Tag und 30 Sekunden kostenlose Werbung für die Philatelie.

Eine Anfrage von Frau Renate Springer, Mitglied im Consilium Philatelicum (in etwa der Ältestenrat der Philatelie) ging ein. Sie wollte in Bonn, im Haus der Philatelie, im Rahmen einer Gesprächsreihe einen Vortrag über Frauen in der Philatelie halten, und bat den Verein um Mithilfe. Ein großer Teil der Mitglieder nahm an einer Befragung teil. Frau Springer wertete alle Antworten für ihren Vortrag aus, an dem Mitglieder wie Eva, Brigitte (sie wurde erst nach diesem Vortrag Mitglied bei uns) und Christine van Ratingen teilnahmen.

Später schrieb mir Frau Springer einen Dankesbrief an alle Mitglieder: Mit großem Interesse habe sie alle Unterlagen durchgesehen. Viele Geschichten von einzelnen Mitgliedern hätten sie sehr berührt, sie sprach allen für die Arbeit, die Frau und Philatelie leistet, ihre Hochachtung aus. Ihr sei kein anderer Verein bekannt, der sich so in der Öffentlichkeit einsetzt und so bekannt sei. Sie glaubt,  man hätte uns einen festen Platz in der „Männerdomäne“ eingeräumt, dies habe sie auch durch ihren Vortrag in Bonn zum Ausdruck gebracht.

Dieses Lob musste Frau und Philatelie anregen weiter für ein „gerechtes Miteinander“ zu arbeiten...

2007 bewarb sich Frau und Philatelie mit dem Biografienbuch für die LIPSIA-Ausstellung in Leipzig. Alle drückten die Daumen, dass die Bewerbung Erfolg haben möge. Es klappte, was besonders die Autorin Iris und Herrn Schultze aus Berlin sehr freute, die diese Sammlung ja auf die Beine stellten. Acht Mitglieder planten diese Reise und trafen sich in Markkleeberg-Zöbigker, dem Heimatort von Christine van Ratingen.
 
Katalog Frauen auf BriefmarkenAm Freitag wurde die LIPSIA im historischen Rathaus eröffnet, am Samstag fand der Festabend statt. Alle Aussteller erhielten eine kleine Auszeichnung aus Meißner Porzellan. Nach einigen Ansprachen wurden Kataloge verteilt, in denen die Gewinner aufgelistet waren. Das Biografienbuch erhielt Silberbronze, für eine Rang-1-Ausstellung ein toller Erfolg. 

Auf der LIPSIA traf Christine van Ratingen auf die Grafikerin Grit Fiedler. Sie signierte Postkarten mit eingedruckter Marke „Thomanerchor Leipzig“, die sie gestaltet hatte. Frau Fiedler wurde zum Festabend eingeladen, und sie kam. Jedes Mitglied erhielt ein Autogramm. Grit ist heute Mitglied bei Frau und Philatelie und darüber ist der Verein sehr glücklich. Für das 25-jährige Jubiläum gestaltete sie drei Vignetten für den Verein. Dafür sagt Frau und Philatelie ganz herzlichen Dank!
 
Nach der Rückkehr von der LIPSIA Frau und Philatelie aber nicht die Hände in den Schoß, sondern blieb weiterhin tätig.

Z.B. für zwei Vereine, welche im Kölner Raum immer wieder erfolgreich ausstellen. Der erste Kontakt war 2006. Man gehöre dem Kuratorium zur Förderung historischer Waffensammlungen e. V. und der Patronensammlervereinigung e. V. der deutschsprachigen Sektion der ECRA, an. Das Thema lautete: „Im Dienst der Sicherheit – Polizei in Deutschland ab 1945“.

Frau und Philatelie konnte selbst nicht mitmachen, da kein Mitglied ein philatelistisches Exponat dafür hatte. Aber es konnte ein Kontakt zum Vorsitzenden der Arge Polizei hergestellt werden. Der setzte sich begeistert mit den Kölner Vereinen zusammen. Die Ausstellung wurde ein toller Erfolg. Sogar zwei japanische Fachjournalisten standen plötzlich im Ausstellungsraum. Es blieb nicht bei der Arge Polizei. Im folgenden Jahr wurde eine neue Ausstellung geplant, auch hier kam wieder eine Mail mit der Bitte um Mithilfe. Das Thema war etwas ganz Besonderes: „Als wir  Rheinländer preußisch waren.“ Hier informierten Frau und Philatelie die Arge Preußen, welche auch begeistert mitmachte, und zwar mit einer tollen Heimatsammlung zu diesem Thema. Der Kontakt ist nicht abgerissen, auch heute noch helfen wir aus.

2009 fanden in Essen die IBRA und gleichzeitig die NAPOSTA statt. Auch hier wurde Literatur ausgestellt und bewertet. Natürlich wollte Frau und Philatelie dabei sein. Iris hatte vorab den Frauenkatalog überarbeitet und erweitert. Der Verein bewarb sich und wurde angenommen. Natürlich trafen sich einige Mitglieder und Sammlerfreunde dort, auch am Festabend nahm Frau und Philatelie teil. Für das Frauenbuch gab es Bronze, für eine internationale Ausstellung auch wieder ein toller Erfolg.

2009 ein Anruf. Es meldete sich eine Kulturreferentin aus dem exklusiven Seniorenstift „Augustinum“ in Essen. Hier handelt es sich um Seniorenwohnungen der „gehobenen Art“ mit  Räumlichkeiten für Konzerte, Ausstellungen und vieles mehr. Man frug, ob Frau und Philatelie sich mit einer Briefmarkenschau beteiligen wollten, jedoch blieb bis zur Ausführung wenig Zeit. Eine Künstlerin stellte Fotografien zum Thema Hund vor. Inge Bohnstengel, welche viele Jahre das Rundschreiben des Vereins gestaltet hatte, sandte einige Blätter mit einem Hundeexponat nach Essen, dazu kamen einige Steckkarten des Frauenbuches. Auch ein Mitglied von Frau und Philatelie wurde eingeladen. So fuhr Helma Janssen nach Essen. Später stand ein kleiner Bericht von Helma in der philatelie, sie schrieb:

"'Artgenossen‘ ist das Jahresthema für 2010 des Wohnstiftes Augustinum in Essen. Unter diesem Motto finden das ganze Jahr über Veranstaltungen und Ausstellungen statt. Den Anfang machte die Künstlerin Erika Jargau mit ihrer Fotoausstellung „tierisch gut?“ [...]
Zeitgleich fand eine Vitrinenausstellung vom Verein ,Frau und Philatelie‘ statt. Angelika Berenbrink, Kulturreferentin im Augustinum, wollte eine mit dem Jahresthema korrespondierende Briefmarkenausstellung und bat den Verein um Hilfe. Christine van Ratingen, Vorsitzende des Vereins, ließ sich diese Möglichkeit der Werbung für Briefmarken nicht entgehen und sagte sofort zu, auch wenn eine Vitrinenausstellung schon eine Herausforderung war. Innerhalb einer Woche hatte sie eine Hundeausstellung organisiert. Außerdem wurde in einem Exponat die Künstlerin Grit Fiedler sowie die Bücher über Frauen auf Briefmarken des Vereins vorgestellt.
Am 8. Januar 2010 lud das Augustinum zur Vernissage ein. Direktor Dr. Michael Cramer [...] bedankte sich bei Frau van Ratingen für die schnelle Hilfe und bei Inge Bohnstengel für die Zurverfügungstellung der Hundesammlung.
Außerdem begrüßte Dr. Cramer vom Bund Deutscher Philatelisten Helma Janssen. Als Ressortleiterin "Jugend und Familie" im BDPh war sie um die einleitenden Worte und die Erläuterungen zur Ausstellung gebeten worden. Die Vitrinenausstellung fand bei den Besuchern regen Anklang. Einige Besucher äußerten, dass sie nie darüber nachgedacht haben, dass Briefmarken kleine Kunstwerke sind und dass die Briefmarkenmotive von Künstlern und Künstlerinnen wir Grit Fiedler entworfen werden. [...] Außerdem wurden die Beweggründe, einen reinen Frauenverein zu gründen, in Gruppen diskutiert. Vor allen die Frauen hatten dafür Verständnis, wussten sie doch am besten, was es bedeutet, Familie, Beruf und Hobby unter einen Hut zu bringen.“

Natürlich waren wir auch noch bei anderen Veranstaltungen tätig, so z.B. in Bonn, Haus der Philatelie – zu viel um hier alles aufzuführen.