Letzte Aktualisierung:
05. 06. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Frau und Philatelie wird Waise

Bis 1989 vergrößerte sich der Verein, viele Tauschkontakte bestanden und es wurden – teilweise zweimal im Jahr – Tauschtreffen veranstaltet.

Am 4. April 1987 gab es die erste Jahreshauptversammlung in Bremen, am 19. September 1987 trafen wir uns in Bochum, am 12. März 1988 in Bremen im Intercity-Restaurant. Hier fand auch gleichzeitig die Jahreshauptversammlung statt. Im Frühjahr 1989 gab es wieder ein Treffen mit Jahreshauptversammlung in Bremen bei unserem Mitglied Rosemarie. Und am 28. Oktober 1989 tagten wir in Viersen-Süchteln in der Rheinischen Psychiatrischen Landesklinik. Viele unserer damaligen Mitglieder werden gern an diese Treffen zurückdenken.

 Auf Anregung des niederländischen Mitglieds Ineke wurde eine vereinsinterne Briefmarkensammlung „Berühmte Frauen auf Briefmarken“ begonnen. Alle – auch die späteren Vereinsmitglieder – beteiligten sich daran. Leider verschwand in den späteren Jahren diese erste gemeinsame Sammlung zusammen mit der Verwalterin.

Die heutige Vorsitzende, Christine van Ratingen, wurde 1987 Mitglied im Verein. Ihr ursprüngliches Hobby war nicht das Briefmarkensammeln, vielmehr sammelte sie Münzen und Geldscheine. Ein Einbruch beraubte sie ihrer gesammelten „Schätze“. Was aber macht eine Sammlerin: sie sammelt etwas anderes. So kam sie zu den Briefmarken. Dann fand 1989 die Jahreshauptversammlung bei ihr in Viersen-Süchteln statt.

Eine Reihe von Mitgliedern fand den Weg nach Viersen, auch Frau Stengelin/Bema. Es war ein schöner Tauschtag und man lernte sich besser kennen. Leider wurde kein Protokoll geschrieben. Nichts deutete darauf hin, dass Frau Stengelin/Bema bald schon aus persönlichen Gründen den Vorsitz von Frau und Philatelie aufgeben würde.

Nachdem Frau Stengelin/Bema längere Zeit verschollen blieb erhielt der damaliger Geschäftsführer des Vereins, Herr Oswald Janssen, eine Anfrage von Mitgliedern, ob es Frau und Philatelie noch geben würde. Eine Menge Briefe gingen hin und her, bis feststand: Frau und Philatelie war „Waise“ geworden. Der Verein hatte keinen Vorstand mehr.

Nun suchte der Landesverband eine neue Leitung. Man teilte mit, der 1. Frauenphilatelistenclub Berlin, welcher 1977 gegründet worden war, wolle Frau und Philatelie übernehmen und in den Verein integrieren. Allerdings war bekant, dass dieser Verein nicht gut auf Frau und Philatelie zu sprechen war – es handle sich ja nicht um einen Sammlerverein sondern nur um einenTauschclub. Frau und Philatelie brauchte dringend eine neue Leitung um weiterbestehen zu können!

Christine van Ratingen hatte vermutlich die meisten Tauschkontakte und erklärte sich nach gründlicher Überlegung damit einverstanden, den Vorsitz zu übernehmen – obwohl sie von der Vereinsführung so gut wie keine Ahnung hatte. Der damalige Landesverbandsvorsitzende, Herr Herbert Wenz, und der damalige Geschäftsführer, Herr Oswald Janssen, gaben ihr tatkräftige Unterstützung. Frau und Philatelie bekam 150 DM und einen Vereinsstempel als Starthilfe. Herr Janssen schrieb Frau Bema nochmals an und bat um Übergabe der in ihrem Besitz verbliebenen Vereins- und BDPh-Unterlagen; sie versprach, diese herauszugeben, tat es aber nicht. So fing die neue Vorsitzende ganz von vorn an, schrieb alle Mitglieder an, die noch verblieben waren, da sich viele in der Zeit ohne Führung abgemeldet hatten.

Nachdem sich Frau van Ratingen gut eingearbeitet hatte und die Ordnung wiederhergestellt war, kam Mitte 1991 dann dann das erste neue Rundschreiben heraus. Die Vorsitzende schrieb es in den Pausen des Nachtdienstes in der Klinik auf einer alten Stationsschreibmaschine.