Letzte Aktualisierung:
26. 08. 2017

 

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Gründung des Vereins Frau und Philatelie

 

In einem heute nicht mehr existierenden Fachmagazin – Briefmarken-Magazin, herausgegeben Mai/August 1986 – stand dieser kleine Artikel: 
 
Briefmarken MagazinFrau und Philatelie
Ein Briefmarken-Verein ganz besonderer Art stellt sich vor. Er heißt „Frau und Philatelie" und hat als Mitglieder Frauen und Mädchen aus aller Welt und jeder Altersklasse, die Spaß am Briefmarkensammeln haben. Bis jetzt kommt die Hauptzahl der Mitglieder aus der Bundesrepublik. Besonders würden sich die Initiatoren freuen, wenn auch Mitglieder aus der DDR dazustoßen würden. Zweck des Vereins ist es, den bislang „im Verborgenen sammelnden Frauen" eine Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch zu geben. Kontaktadresse: Brigitte Stengelin, (...)"
 
Das Datum ließ vermuten, wir wären schon früher gegründet worden. Nach Rücksprache mit dem Landesverbandsvorsitzenden, Herrn Oswald Janssen, schaute dieser im LV-Archiv nach, fand das damalige Landesverbandsheft, kopierte es und schickte es uns. Es war eine Jubiläumsausgabe – 40 Jahre Landesverband im Bund deutscher Philatelisten e. V., Heft Nr.49, 3. Quartal von 1986. Dort hieß es:
 
„Frau und Philatelie
Eine Idee wird Wirklichkeit. Nach nun langen und vielen Überlegungen ist es endlich soweit. Ein Briefmarkenverein nur für Frauen soll gegründet werden. Die Initiative geht von Frau Brigitte Stengelin aus Großenkneten aus. Am 20. September 1986 findet in der Weser-Ems-Halle in Oldenburg die Gründungsversammlung statt. Beginn ist 14 Uhr. Das Interesse scheint groß zu sein. Seit mehreren Monaten läuft bereits ein reger Schriftverkehr mit vielen Sammlerfreundinnen aus der ganzen Welt. Nicht nur in unserem Landesverband Elbe-Weser-Ems, sondern weit über unsere Grenze hinaus wird diese Idee positiv aufgenommen und unterstützt. Bleibt nur zu hoffen, daß viele Sammlerfreundinnen aus nah und fern den Weg nach Oldenburg finden werden. Für weitere Fragen steht Frau Brigitte Stengelin (...) zur Verfügung
HWM“

Die Reaktion auf die Gründung eines neuen philatelistischen Frauenvereins war bei den verschiedensten Institutionen und Firmen sehr unterschiedlich. Natürlich wurde die damalige Vorsitzende, Frau Stengelin (später Bema), mit Werbematerial überhäuft, es kamen auch  Ersttagsblätter, Fachzeitschriften (DBZ, BriefmarkenSpiegel, Briefmarken-Magazin, Philareport und Michel-Rundschau), des Weiteren Briefmarkenkataloge, Handbücher, Sachbücher und vieles mehr. Werbematerial und Informationen von Verlagen, Händlern usw. konnten bei der Gründungssitzung verteilt werden.

Verschiedene Tageszeitungen und Illustrierte brachten Artikel über die Gründung des neuen Vereins. Auch Radio Bremen sendete ein Telefon-Interview mit Frau Stengelin/Bema und in der Rundschau im NDR wurde über den neuen Verein berichtet.

Auch in der Fachpresse erschienen im Laufe der ersten zwei Jahre immer wieder Artikel über Frau und Philatelie. Die Reaktionen waren teils positiv, oft aber auch sehr negativ, weil Autoren und Leser der Meinung waren, Frauen wollen eine „weibliche“ Philatelie begründen, was natürlich auf einem absoluten Missverständnis beruhte. Diese Meinung hielt sich noch lange Jahre, ab und an auch noch nach 25 Jahren, obwohl das Miteinander doch schon besser wurde.