Letzte Aktualisierung:
07. 11. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Kauf & Tausch philatelistischer Objekte

Dies soll ein Leitfaden sein, worauf es beim Kauf und Tausch von Briefmarken zu achten gilt. Mit zunehmender Erfahrung wird jeder Sammler seine eigene Meinung und Strategie zur Beschaffung philatelistischer Objekte entwickeln.

 

I.

  1. Augen auf bei Kauf und Tausch – diesen Grundsatz zu beherzigen, dürfte zu allererst einmal in ihrem eigenen Interesse sein. Es sind Ihre Marken, die Sie tauschen, Ihr Geld, das Sie ausgeben für Marken, Briefe usw. Sie bewahren sich am besten vor Schaden, wenn Sie die Besonderheiten Ihrer Sammelgebiete kennen. Wenn Sie aber Zweifel haben oder gar im Katalog Hinweise auf Fälschungen der Marken oder Stempel finden, empfielt es sich, dieses Objekt einem Prüfer des Bundes Philatelistischer Prüfer e.V. (BPP) oder einem erfahrenem Experten vorzulegen. Er wird Ihnen nach bestem Wissen und Können Auskunft über die Echtheit geben.
     
  2. Die Prüfung der Marken oder Stempel ist bei diesen Verbandsprüfern nicht von einem bestimmten Wert der Marke abhängig. Doch versteht es sich schon aus Kostengründen, dass nur höherwertige oder schon als fälschungsgefährdet in den Katalogen oder Literatur beschriebene Marken, Briefe, Stempel usw. dem Prüfer vorgelegt werden sollten. Für einzelne Prüfgebiete gibt es Ergänzungen zur Prüfordnung des BPP. Veränderungen an den Marken, wie angesetzte oder korrigierte Zähne, ausgebügelte Knicke, hinterlegte Stellen, Nachgummierungen usw. sollten Sie im allgemeinen selbst schon mit einer guten Quarzlampe, Lupe oder im Benzinbad erkennen können. Derartige Hilfsmittel sind überall im Briefmarken-Fachhandel erhältlich und gehören zur Grundausstattung eines Philatelisten.

 

II.

  1. Wird Ihnen ein Objekt zum Kauf oder Tausch angeboten, das fälschungsgefährdet ist, aber nicht von einem Verbandsprüfer mit dessen geschützten Zeichen (Name BPP) signiert wurde oder zu dem bei einem höherwertigen Objekt kein Attest oder Befund vorgelegt wird, sollten Sie Vorsicht walten lassen. In diesem Fall gilt: erst kaufen oder tauschen, wenn die Echtheit des Objekts von einem Verbandsprüfer oder einem Experten bestätigt worden ist.
     
  2. Beachten Sie: Der Tausch oder Kauf ist rechtlich gesehen ein Vertrag, der für Sie und den Partner Pflichten begründet. Der Anbieter oder Verkäufer muss Ihnen ein seinen Angaben entsprechendes Objekt liefern. Sie müssen ihm den vereinbarten Gegenwert in Marken oder Geld geben. Deshalb: Zahlen Sie nicht, bevor Sie nicht sicher sind, daß Sie ein echtes, einwandfreies Stück erhalten. Geben Sie keine Marke weg, ohne sicher zu sein, den Gegenwert auch zu bekommen. Im Zweifelsfall machen Sie einen schriftlichen Kauf-/Tauschvertrag.
     
  3. Zu Ihrer Sicherheit sollten Sie vereinbaren, dass der Anbieter auf seine Kosten das Objekt prüfen lässt und Ihnen dann mit dem Prüfattest wieder zum Kauf oder dem vereinbarten Tausch vorlegt. Es wird davor gewarnt, als Erwerber das Objekt selbst einem Verbandsprüfer oder einem Experten zur Prüfung vorzulegen, da die Gefahr besteht, dass der Anbieter später behauptet, das geprüfte und nicht für echt befundene Objekt sei mit dem von ihm übergebenen Objekt nicht identisch, sei also nicht von ihm. Sie hätten zu beweisen, dass es sich tatsächlich um das Ihnen überlassene Objekt handelt, was bei vielen Objekten nahezu unmöglich ist.
     
  4. Haben Sie Zweifel an der Echtheit eines Objektes, sollten Sie sich verpflichtet fühlen mitzuhelfen, einem Fälscher oder seiner Mittelsperson auf die Spur zu kommen. Sofern Sie verdächtige Ware auf einem Tauschtag o.ä. angeboten bekommen, wenden Sie sich an die Veranstaltungsleitung oder notieren Sie die Personalien. Weigert sich der Aufgeforderte seinen Personalausweis, Pass oder Führerschein vorzulegen, können Sie über die Veranstaltungsleitung ggf. die örtliche Polizeibehörde hinzuziehen.
     
  5. Sie können mithelfen, Fälschern und Betrügern das Handwerk zu legen: Informieren Sie unverzüglich die Bundesstellen Fälschungserkennung und Sammlerschutz des BDPh e.V. Da leider auch schon Prüfzeichen der Verbandsprüfer gefälscht worden sind, sollten Sie ihm gegebenenfalls bereits signierte Objekte mit einem frankierten Umschlag für die Rücksendung zur Nachprüfung vorlegen. Die Nachprüfung ist dann kostenlos, wenn das Prüfzeichen sich als echt herausstellt. 

 

III.

Von Sammlern wird im eigenen Interesse erwartet, dass sie diese Hinweise berücksichtigen. Wer sich konsequent danach richtet, leistet nicht nur einen wirksamen Beitrag zur Erkennung des Fälscherunwesens, sondern trägt damit auch erheblich zur eigenen Sicherheit bei.

 

IV.

Viele BDPh-Vereine bieten als besondere Leistung für ihre Mitglieder einen Rundsendedienst, dem Sie bei guter Führung des Vereins und strenger Überwachung der Abwicklung unbedingt vertrauen können. Die Vereinsmitglieder sollten sich dort beteiligen. Es gibt aber auch private und kommerzielle Rundsendedienste, die unter anderen Gesichtspunkten zu betrachten sind. Wie in vielen Geschäftsbereichen gibt es seriöse und weniger korrekte Unternehmen. Für Rundsendedienste, die nicht von einem Verein betrieben werden, wird den BDPh-Mitgliedern die Beachtung der hier aufgeführten Regeln empfohlen: Vorsicht bei privaten und kommerziellen Rundsendediensten!