Letzte Aktualisierung:
07. 11. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Ihr Hobby ist schon längst abgestempelt

FREIZEIT Nordwestdeutscher Philatelistenverband Elbe-Weser-Ems tagt am 13. März im Torfkrug

Gastgeber ist „Frau und Philatelie“. Christine Hennings ist das einzige Mitglied aus der Region.

Die „Aktien des kleinen Mannes“ sind heute kaum noch etwas wert. Das sagt Christine Hennings. Sie ist die Schatzmeisterin des Nordwestdeutschen Philatelistenverbandes Elbe-Weser-Ems und das einzige Wiesmoorer Mitglied bei „Frau und Philatelie“.

Der überregionale Verein organisiert den 69. Landesverbandstag. Dieser findet am Sonntag, 13. März, im Torfkrug in Wiesmoor statt. Beginn ist um 10.30 Uhr. Laut Hennings wird es das erste Mal sein, dass ein reiner Frauenverein den Verbandstag ausrichtet.

ihr hobby

„Es ist unglaublich, wie viel auf einer so kleinen Fläche verewigt werden kann“, sagt Christine Hennings aus Wiesmoor. Das Foto zeigt Briefmarken aus aller Welt.

In der Vorstellung vieler Menschen sei ein Briefmarkensammler ein älterer Herr, der mit Lupe und Pinzette gebeugt über einem Album sitzt. „Früher haben vermehrt Männer gesammelt und die Briefmarken ihrer Frau als sichere Geldanlage verkauft“, sagt Hennings. Doch wegen des niedrigen Zinsniveaus seien Briefmarken immer weniger wert.

Auch bestünden die meisten Sammlungen aus Massenware. Wer wirklich Werte sammeln wolle, müsse sich Nischen suchen. „Doch grundsätzlich gilt, eine Briefmarke ist nur so viel wert, wie jemand dafür bezahlen möchte.“

Christine Hennings hat sich auf Kriegsgefangenen- und Interniertenpost von Frauen während des Zweiten Weltkriegs spezialisiert. „Die Briefe liefen gebührenfrei, sie brauchten also keine Briefmarken“, erklärt die gebürtige Essenerin. Sie fasziniere der Zensurstempel und wie der Brief gelaufen sei.

1987 habe sie das Hobby begonnen. Der Grundstock ihrer Sammlung waren acht Postkarten und Briefe. Mittlerweile haben sich die Dokumente vervielfacht. Die Suche könne zur Sucht werden, sagt Hennings. Jedes neue Stück verwahrt sie in einer Klarsichthülle. Dazu notiert sie unter anderem Adresse, Empfänger und den Ort, an dem der Brief aufgegeben wurde. Anhand einiger Korrespondenzen könne sie ganze Schicksale nachverfolgen.

Vor mehr als drei Jahren trat Hennings dann „Frau und Philatelie“ bei. Der Verein feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Einen Verein nur für weibliche Briefmarkensammler hatte es vor 1986 in Deutschland nur einmal gegeben. Seine 54 Mitglieder kommen aus ganz Europa und sogar aus Australien.

Einen Tag vor dem Landesverbandstag, am 12. März ab 17 Uhr, wird sich „Frau und Philatelie“ in Wiesmoor zu seiner ersten Hauptversammlung treffen. Auf der Tagesordnung stehen die Verabschiedung der langjährigen Vorsitzenden Christine van Ratingen und Neuwahlen. Zu den Ehrengästen gehört unter anderem Bürgermeister Friedrich Völler, der selbst wohl schon Briefmarken gesammelt habe, so Hennings.

Für 2017 plant der Bund Deutscher Philatelisten gemeinsam mit dem dänischen Philatelisten-Bund eine große bilaterale Ausstellung in der Universität Oldenburg.

VON GRIT MÜHRING

Quelle: Ostfriesen-Zeitung 19.1.2016