Letzte Aktualisierung:
26. 08. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Briefmarkensammeln ist mehr als nur Hobby

62. Niederrhein-Großtauschtag mit Sonderausstellung gegen Drogenmissbrauch

NETTETAL „Ach, du sammelst ja nur Briefmarken“, diesen Satz bekommt die Süchtelnerin Christine van Ratingen oft zu hören. Nur wenige wissen, was sich hinter der Sammelleidenschaft verbirgt.

Briefmarken erzählen Geschichten über Länder, Menschen, Tiere, Pflanzen und Kunst. Sie zeugen auch von Problemen in der Gesellschaft, früher wie heute. Dazu zählt die Bekämpfung des Drogenmissbrauchs. Diesem Thema hat sich die Arbeitsgemeinschaft „Impuls-Dialog Philatelie“ nun angenommen: Sie zeigten eine Sonderausstellung zur Drogenprävention des Vierseners Peter Zimmermann. Er ist Initiator und Gründer der Arbeitsgemeinschaft. Mit der Ausstellung läuteten die Briefmarkenfreunde Nettetal beim diesjährigen Großtauschtag den „Welt-Anti-Drogen-Tag“ ein.

Die historische und thematische Briefmarken- und Motivsammlung beinhaltet die gesamten offiziellen Briefmarkenausgaben aller Postverwaltungen der Welt. Sie zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie die Suchtproblematik durch die Vielfalt der Verführungsmöglichkeiten zu dem Thema widerspiegelt. Zimmermann lässt dabei historische und epochale Gesichtspunkte einfließen, aber auch frühgeschichtliche Aspekte der Suchtproblematik. „Die Sammlung hat derzeit einen Umfang von über 2000 Belegen, die in zehn Aktenordnern mit über 450 einzeln beschrifteten und in Klarsichthüllen untergebrachten DIN-A4-Arbeitsblättern erfasst sind“, sagt Zimmermann. Er hat gezielt nach geschichtlichen Raritäten unter den Briefmarken und Stempeln gesucht, sich in Archive und Lexika vertieft. Er arbeitete die Geschichte zum Thema auf und stieß dabei! auf weltweite Werbestempel, Sonderstempel, Sonderpostkarten, Ersttagsblätter und sonstiges philatelistisches Material verschiedener Institutionen, Organisationen und Verbänden. Darunter ist beispielsweise ein Stempel des Opium-Reichsgesundheitsamtes (1875-1957).

„Allein, um diese Ausstellung auf die Beine zu stellen, muss man lesen, lesen und nochmal lesen, in Archiven kramen und alles genauestens ordnen“, weiß auch Christine van Ratingen. Bei ihr dreht sich seit fast 30 Jahren alles um die kleinen Papierchen mit den vielen Zacken. Sie ist Vorsitzende des Vereins „Frau und Philatelie“, der vor zwei Jahren sein 25-jähriges Jubiläum feierte. „Immer mehr Frauen finden den Weg zum Sammeln von Briefmarken und Stempeln“, erzählt die Süchtelnerin. Auch in der Jugendarbeit sei der Verband aktiv, immer mehr Kinder und Jugendliche würden den Weg zur Briefmarke und zum Sammeln finden. Mit rund 80 Ausstellern und weit mehr als 300 Besuchern fand der Großtauschtag großen Anklang.

INGE VON DEN BRÜCK

Quelle: Rheinische Post 28.4.2014