Letzte Aktualisierung:
05. 06. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Elisabeth von Rumänien – Carmen Sylva

Königin und Dichterin

* 29.12.1843 Schloss Monrepos bei Neuwied, † 2.3.1916 Bukarest

 

elisabeth rum

 

Elisabeth von Rumänien wollte Königin und Dichterin zugleich sein.

Prinzessin Elisabeth Pauline Ottilie Luise zu Wied war das älteste Kind von Fürst Hermann zu Wied und seiner Ehefrau Marie. Als Spross einer traditionsreichen Adelsfamilie wuchs sie auf Schloss Monrepos auf und erhielt eine standesgemäße Erziehung. Sie war sprachlich und künstlerisch begabt und führte ihr Tagebuch gern in Versform.

1869 heiratete Elisabeth Prinz Karl von Hohenzollern-Sigmaringen (1839 – 1914), der seit 1866 Fürst von Rumänien war; das einzige Kind des Paares, Prinzessin Maria, kam 1870 zur Welt.

Von Kindheit an hatte Elisabeth gelernt, sich um Not und Sorgen anderer zu kümmern; nun galt ihre besondere Aufmerksamkeit Waisenkindern, Kranken und Bedürftigen. Sie gründete einen Armenverein, richtete Volksküchen und die Klinik „Regina Elisabeta“ ein und verbesserte das Bildungs- und Erziehungswesen.

1874 starb Tochter Maria mit 3½ Jahren an Diphterie. Den Verlust konnte die Fürstin nie ganz verwinden, zumal ihr weitere Kinder versagt blieben, und sie litt an Depressionen.

1881 wurde das Fürstenpaar zu König Carol I. und Königin Elisabeta gekrönt. Nach Auseinandersetzungen um die rumänische Erbfolge wurde die Königin 1891 vom Hofe verbannt und kehrte erst 1894 nach Rumänien zurück.

Königin Elisabeth verfasste zahlreiche Gedichte, Erzählungen und Märchen in deutscher Sprache, die sie ab 1880 unter dem Pseudonym „Carmen Sylva“ veröffentlichte, da ihre schriftstellerische Tätigkeit als unangemessen galt. Ihre wohl bekannteste Gedichtsammlung ist "Meine Ruh" (1884). Besonders populär waren ihre Märchen, die von rumänischen Überlieferungen inspiriert waren. Viele ihrer Werke tragen autobiografische Züge, insbesondere "Das Märchen von der hilfreichen Königin", als die sie sich selbst sah. Im deutschen Sprachraum war Carmen Sylva recht erfolgreich, wenn auch ihre dichterische Fähigkeit bei der Literaturkritik umstritten war.

In ihren letzten Lebensjahren widmete Königin Elisabeth sich der Blindenfürsorge – wohl wegen der Verschlechterung ihres eigenen Augenlichts. Sie war fast erblindet, als sie mit 72 Jahren an einer Lungenentzündung starb.

 

Briefmarken:

  • Rumänien 161-72, 207 (1906), 462 (1933), 560 (1938), 573 (auch in Bl.5), 581 (1939), 6922 (2015); Zwangszuschlagsmarken 3+4 (1916), 5-8 (1918)
  • Deutsches Reich, Besetzung von Rumänien Zwangszuschlagsmarken 1-5 (1917)
  • Deutschland Sonderstempel 56564 Neuwied 6.3.2016

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2016)