Letzte Aktualisierung:
26. 08. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Bracquemond, Marie

Französische Malerin

* 1.12.1840 Argenton, † 17.1.1916 Sèvres

 

bracquemond marie

 

„Ich will an der Malerei nicht arbeiten, um Blumen zu malen, sondern um die Empfindungen auszudrücken, die mir die Kunst einflößt.“ (Marie Bracquemond in einem Brief, Mitte der 1850er Jahre.)

Marie Anne Caroline Quivoron stammte aus einem kleinen Fischerdorf in der Bretagne. Als sie 3 Jahre alt war, starb ihr Vater, ein Schiffskapitän, und die Mutter zog mit Kindern und neuem Lebensgefährten nach Étampes, wo 1849 Louise geboren wurde.

Ab Mitte der 1850er Jahre nahm Marie Mal- und Zeichenunterricht, u.a. bei Schülern des Malers J. A. D. Ingres (1780–1867) – ihre einzige künstlerische Unterweisung. Sie malte Landschaftsaquarelle im Freien in der Umgebung von Étampes. Gefördert durch Ingres, der ihr Talent erkannt hatte, erhielt Marie bald Aufträge für Ölgemälde und wurde 1859 in den Salon aufgenommen. Persönlich kam sie mit Ingres allerdings nicht zurecht, der ein entschiedener Gegner malender Frauen war.

Bei Studien im Louvre lernte Marie 1866 den Grafiker und Maler Félix Bracquemond (1833–1914) kennen und lieben; die beiden heirateten 1869 und zogen nach Sèvres. Der einzige Sohn Pierre Bracquemond (1870–1926) wurde später ebenfalls Maler.

Hatte Marie Bracquemonds Malstil zunächst dem Zeitgeschmack entsprochen, so erfuhr er in den 1870er Jahren einen Umbruch: Durch ihren Mann hatte sie die neuen impressionistischen Maler kennengelernt, die ihre Malerei beeinflussten, darunter Degas, Manet und Gauguin, und sie bewunderte Claude Monet. Mit ihrer farbenfrohen Palette und den Lichtwirkungen wandte sie sich der impressionistischen Malweise zu, besonders sichtbar in Porträts von ihrem Sohn Pierre und ihrer Schwester Louise. 1879, 1880 und 1886 nahm sie an den Impressionisten-Ausstellungen teil. Darüberhinaus fertigte sie Porzellanmalereien für die Firma Haviland.

Félix Bracquemond war ein scharfer Kritiker seiner Frau, ließ aber ihre Kritik an seinen Werken nicht gelten. Mit Maries großem Talent und ihrem künstlerischen Erfolg wurde er nicht fertig, was auch die Ehe belastete. Zermürbt vom Drängen ihres Mannes zog Marie sich von der Malerei zurück und gab sie schließlich ganz auf – sie hoffte, dadurch ihre Ehe retten zu können.

Marie Bracquemond starb kurz nach ihrem 75. Geburtstag. Ihre Schaffensperiode währte nicht lang, ihr Œuvre zeigt dabei eine hohe Qualität, und sie war zeitlebens eine überzeugte Impressionistin.

 

Briefmarken:

  • Komoren 2530-34, Bl.544 (2009) (falsches Geburtsjahr)

 

Quellen:

  • Ingrid Pfeiffer/Max Hollein (Hg.), Impressionistinnen. Berthe Morisot, Mary Cassatt, Eva Gonzalès, Marie Bracquemond, Ausstellungskatalog Schirn Kunsthalle, Hatje Cantz Verlag Frankfurt/Main 2008
  • Saur Allgemeines Künstlerlexikon, Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker Bd. 13, K. G. Saur Verlag München Leipzig 1996
  • https://mydailyartdisplay.wordpress.com/2014/06/25/marie-bracquemond/ [10.11.2015]

(Iris Ruhl 2015)