Letzte Aktualisierung:
26. 08. 2017

 

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Roten-Meyer, Iris von

Schweizer Feministin, Schriftstellerin, Malerin

* 2.4.1917 Basel, † 11.9.1990 Basel

 

roten-meyer

 

Iris von Roten-Meyer war eine Schweizer Feministin, die ihrer Zeit weit voraus war.

Iris Meyer, so ihr Mädchenname, stammte aus einer gutsituierten bürgerlichen Basler Familie. Sie besuchte die Schule in Basel, Stockholm, Rapperswil und Zürich. Nach der Matura studierte sie Jura in Bern und promovierte 1941 zum Dr. jur. Von 1943 bis 1945 war sie Redaktorin der Zeitschrift Schweizer Frauenblatt.

1946 legte sie die Anwaltsprüfung ab und heiratete den wallisischen Anwalt und Politiker Peter von Roten, Tochter Hortensia wurde 1952 geboren. Das Paar führte eine offene Ehe, Monogamie lehnten beide ab. Als Partnerin arbeitete Iris von Roten-Meyer mit ihrem Mann zunächst in einer gemeinsamen Kanzlei im Wallis. Nach einem Studienaufenthalt in den USA zog die Familie 1950 nach Basel.

Nach einer willkürlichen Verhaftung – als „Panthermantel-Affäre“ bekannt geworden – wurde Iris von Roten-Meyer zu einer engagierten Feministin. 1958 veröffentlichte sie ihr wichtigstes Buch "Frauen im Laufgitter", worin sie vehement die Gleichberechtigung der Frau forderte und die klassische Rollenverteilung der Geschlechter ablehnte. Vor allem durch wirtschaftliche Unabhängigkeit sollte die Frau selbst frei über ihr Leben bestimmen können. Mit diesen fortschrittlichen Ansichten war das Buch in der Schweiz seiner Zeit weit voraus – selbst von den damaligen Feministinnen wurde es heftig kritisiert. Mit dieser Kritik wurde Iris von Roten-Meyer nur schlecht fertig; lediglich ihr Ehemann unterstützte sie. 1959 veröffentlichte sie das "Frauenstimmrechtsbrevier" über die Problematik des Frauenwahlrechts in der Schweiz.

In den 1960er Jahren unternahm Iris von Roten-Meyer mehrere Reisen in die Türkei und Vorderasien, den Maghreb, Sri Lanka und Brasilien. 1965 erschien ihr Reisebericht "Vom Bosporus zum Euphrat"; dabei hielt sie ihre Reiseeindrücke nicht nur schriftlich fest, sie illustrierte sie auch.

Ihre Gesundheit und vor allem ihre Sehkraft verschlechterten sich. Als sie nicht mehr in der Lage war zu schreiben und zu malen, beging Iris von Roten-Meyer im Alter von 73 Jahren Selbstmord: sie erhängte sich.

Den späten Erfolg ihres feministischen Klassikers "Frauen im Laufgitter" erlebte Iris von Roten-Meyer nicht mehr: erst 1991 wurde das Buch zum Bestseller.

 

Briefmarken:

  • Schweiz 1582 (1996)

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2008/15)