Letzte Aktualisierung:
05. 06. 2017

 

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Sintenis, Renée

Deutsche Bildhauerin

* 20.3.1888 Glatz, Schlesien, † 22.4.1965 Berlin

 

sintenis renee

 
Renée, eigentlich Renate Alice, Sintenis, aus einer Hugenottenfamilie und ältestes von drei Kindern, besuchte bis 1902 das Katharinenstift in Neuruppin und 1902 – 1905 eine Stuttgarter Mädchenschule. Schon in der Schulzeit malte sie gern Pferde und Hunde, doch lag ihr die Bildhauerei mehr. 1908 – 1912 studierte sie an der Kunstgewerbeschule in Berlin und arbeitete, um Geld zu verdienen, eher widerstrebend als Sekretärin.

Renée Sintenis zog zu einer Freundin und fertigte ihre ersten Tierplastiken aus Ton und Bronze; 1915 stellte sie erstmals in der Berliner Sezession aus. 1917 heiratete sie den Grafiker Emil Rudolf Weiß (1875 – 1942), Professor an der Kunstgewerbeschule, der sie auch mehrfach porträtierte.

Im gemeinsamen Atelier schuf Renée Sintenis hauptsächlich Bronzefiguren, anfangs weibliche Körper, später Tänzerinnen und Sportler, z.B. Polospieler und Fußballer, und immer wieder Tiere. Ihre bekannteste Frauenskulptur "Daphne" entstand 1930. Sie porträtierte u.a. ihren Mann sowie die Dichter Joachim Ringelnatz und André Gide; für ihre Skulptur des Läufers Paavo Nurmi erhielt sie 1932 den Olympiapreis.

Bekannt wurde Renée Sintenis vor allem durch ihre zahlreichen Tierskulpturen, die durch ihre Kindheit in ländlicher Umgebung beeinflusst waren. Sie besaß eine außergewöhnliche Fähigkeit, Tiere in der Bewegung einzufangen, verfiel aber bei der Darstellung junger Tiere nicht in Niedlichkeit. Immer wieder modellierte sie Pferde – sie war selbst eine begeisterte Reiterin und besaß ihr eigenes Pferd. 1932 und 1961 gestaltete sie den "Berlinale Bär". Ihr Werk umfasst außerdem Zeichnungen und Radierungen, die oft als Buchillustrationen dienten.

1929 wurde Renée Sintenis Mitglied der Preußischen Kulturakademie, war aber im Dritten Reich mit Berufsverbot belegt. Während des Krieges wurde ihr Atelier ausgebombt; nach dem Krieg lehrte sie an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin.

1948 wurde Renée Sintenis mit dem Berliner Kunstpreis ausgezeichnet, 1952 erhielt sie den Orden „Pour le Mérite“ für Kunst und Wissenschaft und 1953 das Große Bundesverdienstkreuz.

1955 musste sie aus gesundheitlichen Gründen ihre Professur aufgeben. Sie starb nach langer Krankheit.

Die Briefmarke zeigt ihre Bronzeskulptur "Großes Vollblutfohlen".

 

Briefmarken:

  • Berlin 805 (1988)

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2008/2015)