Letzte Aktualisierung:
14. 08. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Höch, Hannah

Deutsche Malerin, Fotografin

* 1.11.1889 Gotha, † 31.5.1978 Berlin-Heiligensee

 

hoech hannah

 

Die Künstlerin Hannah Höch war die einzige Frau in der deutschen Dada-Bewegung.

Hannah – eigentlich Anna Therese – Höch stammte aus einer gutbürgerlichen Familie. Gegen den Wunsch der Eltern zog sie 1912 nach Berlin, um an der Kunstgewerbeschule zu studieren. Sie begann mit Glasmalerei und wechselte dann zur Grafik. Während des Ersten Weltkriegs war sie Aushilfsschwester beim Roten Kreuz.

In Berlin lernte Hannah Höch 1915 den österreichischen Dada-Künstler Raoul Hausmann (1886–1971) kennen, mit dem sie bis 1922 zusammenlebte. 1916 schuf sie ihre erste abstrakte Collage. Die Fotomontage, die den Kern ihres Gesamtwerks bildet, entwickelte sie zu einem künstlerischen Ausdrucksmittel. Ihr bekanntestes Werk "Schnitt mit dem Küchenmesser Dada durch die letzte Weimarer Bierbauchkulturepoche" entstand 1920.

1919 beteiligte sich Hannah Höch an der ersten Berliner Dada-Ausstellung und stellte 1920 auf der „Ersten Internationalen Dada-Messe“ ihre Dada-Puppen aus. Sie war mit den Dada-Künstlern Hans Arp (1887–1966), Sophie Taeuber-Arp (1889–1943) und Piet Mondrian (1872–1944) befreundet. 1923 gestaltete sie eine Grotte am "Merzbau" des Architekten Kurt Schwitters (1887–1948) in Hannover. Sie unternahm Reisen, u.a. nach Paris, Italien und in die Schweiz.

Von 1926 bis 1935 lebte Hannah Höch mit der holländischen Dichterin Til Brugmann (1888–1958) zusammen und hatte in Den Haag 1929 ihre erste Einzelausstellung. Da ihre Kunst von den Nazis als „entartet“ diffamiert wurde, waren ihr weitere Ausstellungen nicht möglich, und sie zog sich in die innere Emigration zurück; erst nach dem Krieg konnte sie wieder ausstellen. Von 1938 bis 1944 war sie mit dem Volkswirtschaftler und Pianisten Heinz Kurt Matthies verheiratet.

In den 1960er Jahren erlebte der Dada eine Renaissance. Hannah Höch schuf Gemälde, Montagen und Grafiken und stellte erfolgreich im In- und Ausland aus. 1965 wurde sie als Dozentin an die Berliner Akademie berufen und 1976 zur Ehrenprofessorin ernannt.

Die Berliner Sondermarke zeigt ihr Ölgemälde "Die Journalisten" aus dem Jahr 1925, das an die Fotomontage angelehnt ist.

 

Briefmarken:

  • Berlin 857 (1989)

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2008/2014)