Letzte Aktualisierung:
07. 11. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Münter, Gabriele

Deutsche Malerin

* 19.2.1877 Berlin, † 19.5.1962 Murnau

 

werefkin marianne

 

Gabriele Münter gehörte zur Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“.

Gabriele Münter war das jüngste Kind des Kaufmanns Carl Friedrich Münter und seiner Frau Wilhelmine. Sie war künstlerisch begabt und besuchte ab 1897 eine Damenkunstschule in Düsseldorf. Nach zwei Jahren in Amerika studierte sie in München an der Schule des Künstlerinnenvereins – zur Akademie waren Frauen nicht zugelassen. Der traditionelle Unterricht lag ihr nicht, daher wechselte sie zur Phalanx-Schule des Malers Wassily Kandinsky (1866 – 1944).

Ab 1903 lebte Gabriele Münter mit dem (verheirateten) Kandinsky zusammen und unternahm mit ihm Reisen nach Tunesien, Holland und Paris. In ihrer Wohnung in München traf sich die künstlerische Avantgarde: Paul Klee (1879 – 1940), Franz Marc (1880 – 1916), Alexej Jawlensky (1864 – 1941), Marianne von Werefkin (1860 – 1938). 1909 kaufte Gabriele Münter ein Haus in Murnau, wo im Sommer Marianne von Werefkin und Alexej Jawlensky oft zu Gast waren. 1911 war sie Mitbegründerin der Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“. Ihr Malstil wurde nun freier, sie verzichtete auf gegenständliche Details. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs, floh Gabriele Münter mit Kandinsky in die Schweiz. Einige Jahre verbrachte sie in Stockholm, 1920 kehrte sie nach Deutschland zurück. Durch die Trennung von Kandinsky, der nach Russland zurückkehrte, verfiel sie in Depressionen und konnte lange Zeit nicht malen.

Von 1929 bis zu ihrem Tod lebte Gabriele Münter mit ihrem zweiten Lebensgefährten, dem Kunsthistoriker Johannes Eichner, in Murnau. Sie unternahm Reisen nach Paris, die sie wieder zum Malen anregten. Mit ihren Gemälden löste sie sich nun endgültig aus dem Schatten Kandinskys. Während der Zeit des Nationalsozialismus hatte sie Malverbot. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte sie ihr Gesamtwerk deutschlandweit aus und nahm 1949 an der Gedächtnisausstellung „Der Blaue Reiter“ in München teil. 1956 erhielt sie den Kulturpreis für Malerei der Stadt München. Sie vermachte eigene Gemälde und Werke Kandinskys der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München.
Nach ihrem Tod wurde die Münter- und Eichner-Stiftung ins Leben gerufen. Eigene Gemälde und Werke Kandinskys vermachte sie der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München. Johannes Eichner verfasste „Kandinsky und Gabriele Münter: Von Ursprüngen moderner Kunst“.

Die Sondermarke zeigt ein Porträt ihrer Mitstreiter beim Blauen Reiter, Marianne von Werefkin und Alexej Jawlensky, das 1908/09 entstand.

 

Briefmarken:

  • Bundesrepublik Deutschland 1750 (1994)
  • Deutschland SSt. 82418 Murnau/Staffelsee 10.7.2008

 

Quellen:

  • Gisela Kleine, Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, Insel Verlag Frankfurt/Main 1990
  • Christina Haberlik/Ira Diana Mazzoni, 50 Klassiker: Künstlerinnen, Gerstenberg Verlag Hildesheim 2002
  • Gottfried Sello, Malerinnen des 20. Jahrhunderts, Ellert & Richter Hamburg 1994
  • http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/MuenterGabriele/ [27.4.2013]

(Iris Ruhl 2008)