Letzte Aktualisierung:
26. 08. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Mayer, Helene

Deutsche Fechterin

* 20.12.1910 Offenbach/Main, † 15.10.1953 Heidelberg

 

 mayer helene

 

Wegen ihrer hellen Haare wurde Helene Mayer „Die blonde He“ genannt.

Die Arzttochter Helene Mayer erhielt eine standesgemäße Erziehung. Sie war sportlich vielseitig interessiert, als Kind hatte sie Ballett- und Fechtunterricht. Ihr Abitur bestand sie mit „sehr gut“.

Die fröhliche Sportlerin gehörte dem Offenbacher Fecht-Club an, dort bekam sie eine exzellente technische Fechtausbildung. Bereits mit 15 Jahren war sie Deutsche Meisterin und hielt diesen Titel bis 1930.

Mit nur 17 Jahren gewann sie bei den Olympischen Sommerspielen 1928 in Amsterdam die Goldmedaille im Damenflorett – die erste deutsche Goldmedaille im Fechten überhaupt; ihre Heimatstadt Offenbach bereitete ihr einen triumphalen Empfang. Sie war der Star der internationalen Fechtszene. 1929 und 1931 wurde sie jeweils Weltmeisterin im Florettfechten.

1932 zog Helene Mayer in die USA, um in Kalifornien Internationales Recht und Philologie zu studieren. Dort waren keine guten Trainingmöglichkeiten gegeben, deshalb wurde sie bei den Olympischen Spielen 1932 enttäuschende Fünfte. Wegen ihrer Abstammung – sie war Halbjüdin – wurde ihr 1933 die Mitgliedschaft in ihrem Heimatverein entzogen. Daraufhin beschloss sie, in den USA zu bleiben, und nahm auch später die amerikanische Staatsbürgerschaft an.

Einen kurzen Auftritt hatte sie bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin – mit einer Ausnahmegenehmigung wurden auch jüdische Sportler zugelassen. Sie gewann die Silbermedaille und kehrte unmittelbar nach der Siegerehrung in die USA zurück. Hier wurde sie acht Mal Amerikanische Meisterin im Florettfechten und 1937 noch einmal Weltmeisterin.

Helene Mayer arbeitete als Dozentin in Berkeley, Kalifornien. Erst 1952 zog sie wieder nach Deutschland und heiratete den Bauingenieur Erwin Falkner von Sonnenburg. Im Alter von nur 42 Jahren starb sie an Krebs; sie wurde auf dem Münchner Waldfriedhof beigesetzt.

 

Briefmarken:

  • Bundesrepublik Deutschland 564 (1968)
  • Togo Bl. 396 (1996)

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2008/2015)