Letzte Aktualisierung:
05. 06. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Brändström, Elsa

Schwedische Krankenschwester

* 26.3.1888 St. Petersburg, Russland, † 4.3.1948 Cambridge, Massachusetts, USA

 

braendstroem elsa

 

Als „Engel von Sibirien“ wurde Elsa Brändström bekannt.

Elsa Brändström war die Tochter des schwedischen Militärattachés in St. Petersburg, Edvard Brändström, und seiner Frau Anna. Sie wurde sehr frei erzogen. Ihre Kindheit verbrachte sie in Russland und Linköping (Schweden), von 1906 – 1908 besuchte sie das Lehrerinnenseminar in Stockholm. Danach ging sie wieder nach St. Petersburg.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs ließ Elsa Brändström sich in der Krankenpflege ausbilden. Schockiert von Nachrichten über den erbärmlichen Zustand der Verwundeten und Kriegsgefangenen besuchte sie für das schwedische Rote Kreuz Gefangenenlager in Russland und Sibirien. Elsa Brändström erreichte eine bessere Behandlung der Gefangenen: sie sorgte für eine Verbesserung der hygienischen Verhältnisse, organisierte Verpflegung und eine ausreichende medizinische Betreuung, wodurch die Todesrate enorm sank. Blond und blauäugig, wurde sie von den Gefangenen „Engel“ genannt. Ihre Erfahrungen veröffentlichte sie 1921 in dem Buch „Unter Kriegsgefangenen in Russland und Sibirien 1914 – 1920“.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs kümmerte sich Elsa Brändström um Kriegsheimkehrer. Auf einer Vortragsreise durch die USA 1923 sammelte sie Spendengelder für deutsche Kriegswaisen und gründete daraufhin ein Kinderheim auf Schloss Neusorge bei Altmittweida in Sachsen. Am 16.11.1929 heiratete sie den Philosophieprofessor Robert Ulich (1890 – 1977), ihre einzige Tochter Brita wurde 1932 geboren.

Anfang 1934 wanderte die Familie in die USA aus. In Cambridge, Massachusetts half Elsa Brändström Flüchtlingen aus Deutschland und gründete den „Window Shop“, in dem Flüchtlingsfrauen aus Deutschland und Österreich durch den Verkauf von selbstgefertigten Waren Arbeit finden sollten und der sehr erfolgreich war. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war sie bahnbrechend für Hilfspaketsendungen nach Deutschland, woraus schließlich die CARE-Pakete hervorgingen.

Elsa Brändström starb nach längerem Leiden an Knochenkrebs.

 

Briefmarken:

  • Bundesrepublik Deutschland 145 (1951)

 

Quellen:

  • Norgard Kohlhagen, Elsa Brändström – Die Frau die man Engel nannte, Quell Verlag Stuttgart 1991
  • Ernst Probst, Superfrauen Medizin, Verlag Ernst Probst Mainz 2002
  • http://www.heiligenlexikon.de/BiographienE/Elsa_Brandstroem.htm   [9.3.2013]
  • Berühmte Frauen. 300 Porträts, Insel Verlag Frankfurt/Main Leipzig 1999

(Iris Ruhl 2008/2013)