Letzte Aktualisierung:
29. 09. 2017

 

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Boulanger, Nadia

Französische Dirigentin und Musikpädagogin

* 16.9.1887 Paris, † 22.10.1979 Paris

 

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Nadia Boulanger war die erste Dirigentin von Weltrang.

Nadia Boulanger stammte aus einer musikalischen Familie, ihre Großeltern, Eltern und die jüngere Schwester Lili (1893 – 1918) waren Musiker. Beim Vater lernte sie das Orgelspiel, auch die Mutter unterstützte und förderte die musikalische Ausbildung. Mit zehn Jahren besuchte Nadia das Pariser Konservatorium, sie studierte Harmonielehre, Klavierbegleitung und Komposition. Nach dem Abschluss des Studiums unterrichtete sie eigene Schüler, da der Vater früh verstorben war.

Nadia Boulanger gab Klavier- und Orgelkonzerte und komponierte – zusammen mit Raoul Pugno (1852 – 1914) – Lieder und ein Musikdrama. Ein Schlüsselerlebnis war 1910 die Uraufführung des „Feuervogel“ von Igor Strawinsky, den sie persönlich treffen durfte, woraus sich eine lebenslange Freundschaft entwickelte.

Ihr Debüt am Dirigentenpult gab Nadia Boulanger 1912 – sie brach damit in eine Männerdomäne ein. In den 1930er Jahren organisierte sie Konzerte im Salon der Prinzessin de Polignac. Sie dirigierte berühmte Orchester, u.a. das Royal Philharmonic Orchestra in London, und erwarb sich international einen ausgezeichneten Ruf als Dirigentin. Ihre Vorliebe galt der Renaissance- und Barockmusik.

Das Komponieren hatte Nadia Boulanger nach dem frühen Tod ihrer Schwester aufgegeben. Als Musikpädagogin unterrichtete sie an verschiedenen Schulen, darunter am Pariser Konservatorium und an der Juilliard School in New York, und wurde eine der wichtigsten Kompositionslehrerinnen des 20. Jahrhunderts. Zu ihren Schülern gehörten u.a. die Komponisten Aaron Copland, Astor Piazzolla und Quincy Jones und Komponistinnen wie Gracyna Baćewicz oder Thea Musgrave.

Mit ihrem vorzüglichen und anspruchsvollen Unterricht in Kompositions- und Harmonielehre überwand Nadia Boulanger alle männlichen Vorurteile und hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der zeitgenössischen Musik. Dabei vermied sie es, ihre Schüler direkt zu beeinflussen, sondern unterstützte sie in ihrer persönlichen Weiterentwicklung: „Kunst braucht Unabhängigkeit“ war ihr Motto. Ihre Wohnung in Paris wurde zum Treffpunkt bedeutender zeitgenössischer KomponistInnen.

Ab 1947 war Nadia Boulanger Konzertmeisterin der Kathedrale von Monaco. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrendoktorate, war Präsidentin des französischen Musikrates und Jurymitglied internationaler Musikwettbewerbe.

 

Briefmarken:

  • Monaco 1693 (1985), 2764 (2005)

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2012)