Letzte Aktualisierung:
05. 06. 2017

 

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Bille, Corinna

Schweizer Schriftstellerin

* 29.8.1912 Lausanne, † 24.10.1979 Veyraz-sur-Sierre

 

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Corinna Bille und Maurice Chappaz bildeten das bedeutendste literarische Paar der französischen Schweiz im 20. Jahrhundert.

Stéphanie Bille, so ihr richtiger Name, war die Tochter des Glasmalers Edmond Bille (1878 – 1959), ihre Mutter Catherine war eine Bäuerin aus dem Dorf Corin im Kanton Wallis, die noch die heimische Tracht trug. Ihren Künstler-Vornamen „Corinna“ wählte sie nach dem Heimatort ihrer Mutter.

Corinna Bille besuchte die Schule im Dominikanerinnenkloster Stans. Bereits mit 15 Jahren beschloss sie Dichterin zu werden und schrieb ihre ersten Texte über die Natur. Nach einem knapp zweijährigen Aufenthalt in Paris kehrte sie endgültig ins Wallis zurück – ihre erste Ehe war gescheitert.

1942 heiratete Corinna Bille den Walliser Schriftsteller Maurice Chappaz (*1916), das Paar bekam drei Kinder, Blaise, Achille und Marie-Noëlle. Ihr erstes Meisterwerk, der Roman „Théoda“, erschien 1944 und war eine Schilderung des dörflichen Lebens im heimatlichen Wallis; eine Heimatdichterin war sie jedoch nicht.

Corinna Bille schrieb zahlreiche Erzählungen und Gedichte, deren Figuren sie oft den Menschen ihrer Heimat nachbildete. Ein breites Publikum erreichte sie schließlich mit ihren 1968 erschienenen Erzählungen „La fraise noire“. Für ihre Erzählung „La demoiselle sauvage“ (1974) erhielt sie 1975 den renommierten Literaturpreis Prix Goncourt. Waren ihre ersten Werke eher realistisch, so wurden die späteren immer mystischer und geheimnisvoller. Sie verfasste Romane, Dramen und Zeitungsartikel, außerdem entstanden vorbereitende Skizzen zu ihrer Autobiografie.

Corinna und Edmond Bille unternahmen Reisen u.a. nach Westafrika und Vorderasien; nach der Rückkehr von einer Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn erkrankte Corinna schwer und starb.

In den 1990er Jahren begann Maurice Chappaz die hinterlassenen Werke seiner Frau herauszugeben; er vervollständigte auch ihre Autobiografie „Le vrai conte de ma vie“, die er 1992 veröffentlichte.

 

Briefmarken:

  • Schweiz 1581 (1996)

 

Quellen:

  • Lexikon der Schweizer Literatur, Lenos Verlag Basel 1991
  • Charles Linsmayer, Literaturszene Schweiz. 157 Kurzporträts von Rousseau bis
  • Gertrud Leutenegger, Unionsverlag Zürich 1989
  • Berühmte Frauen 2. 300 Portraits, Insel Verlag Frankfurt/Main Leipzig 2001
  • www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D16192.php [6.8.2012]

(Iris Ruhl 2008)