Letzte Aktualisierung:
05. 06. 2017

 

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Erxleben, Dorothea

Deutsche Ärztin

* 13.11.1715 Quedlinburg, † 13.6.1762 Quedlinburg

 

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Dorothea Erxleben war die erste praktizierende Ärztin Deutschlands.

Dorothea Christiane war die Tochter des Quedlinburger Arztes Christian Polykarp Leporin und seiner Frau Anna Sophia. Ihr Vater unterrichtete sie privat in Latein und Heilkunde, überhaupt erhielt sie die gleiche Ausbildung wie ihr Bruder. Studieren konnte sie allerdings nicht, da Frauen zum Universitätsstudium nicht zugelassen waren. Sie arbeitete schon früh in der väterlichen Praxis mit.

1741 heiratete sie den verwitweten Diakon Johann Christian Erxleben, Vater von fünf Kindern, und bekam noch vier eigene Kinder. 1742 veröffentlichte sie ihre Gedanken zum Frauenstudium in der Schrift „Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studiren abhalten". Dorothea Erxleben versorgte den großen Haushalt und erzog die Kinder; nebenher erwarb sie sich weiteres medizinisches Fachwissen und behandelte Kranke, woraufhin sie von den Quedlinburger Ärzten der Kurpfuscherei bezichtigt wurde. Weiterpraktizieren durfte sie jetzt nur mit offiziellem Examen.

Bereits 1741 hatte Dorothea Erxleben von König Friedrich dem Großen von Preußen die Sondergenehmigung zur Promotion erhalten. Am 12.6.1754 legte sie an der Universität Halle/Saale die Promotionsprüfung in Medizin mit „summa cum laude“ ab; ihre Dissertation „Academische Abhandlung von der gar zu geschwinden und angenehmen, aber deswegen öfters unsichern Heilung der Krankheiten“ war in lateinischer Sprache verfasst. Sie wurde damit eine der ersten Frauen in Deutschland mit einem Doktortitel in Medizin und erlangte schließlich die offizielle Genehmigung zur Ausübung der Heilkunst.

Nach der Approbation arbeitete Dorothea Erxleben bis zu ihrem Tod als Ärztin in ihrer eigenen Praxis in Quedlinburg. Sie behandelte insbesondere Frauen und Kinder und wurde die Leibärztin der Äbtissin des Quedlinburger Stiftes.Dorothea Erxleben starb mit 46 Jahren an einer Infektion.

Ihr Kampf um Gleichberechtigung bei der Zulassung zum medizinischen Studium war zu ihrer Zeit ein Einzelfall.

 

Briefmarken:

  • Bundesrepublik Deutschland 1332 (1987)
  • Berlin 824 (1988)

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2008)