Letzte Aktualisierung:
07. 11. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Vogt, Cécile

Französisch-deutsche Hirnforscherin

* 27.3.1875 Annecy, Frankreich, † 4.5.1962 Cambridge, England

 

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Cécile Vogt gehört zu den Wegbereiterinnen für Frauen in der Wissenschaft.

Cécile Auguste Marie Mugnier, die ihren Vater als kleines Kind verloren hatte, entwickelte einen unabhängigen und unkonventionellen Geist. Sie gehörte zu einer kleinen Gruppe von Studentinnen, die zum Medizinstudium zugelassen wurden: ab 1893 studierte sie in Paris am Krankenhaus von Bicêtre bei Pierre Marie, einem der führenden Neurologen.

Im Winter 1898/99 legte sie ihr medizinisches Staatsexamen ab. 1899 heiratete sie den deutschen Neurologen Oskar Vogt (1870 – 1959). Das Paar bekam zwei Töchter, Marthe (1903 – 2003) und Marguerite (*1913), die beide beruflich in die Fußstapfen der Eltern traten; auch mit zwei Kindern setzte Cécile ihre Forschungen fort.

Das Ehepaar Vogt arbeitete gemeinsam an der Neurologischen Zentralstation in Berlin, die Oskar Vogt 1898 gegründet hatte. Mit ihrem Mann leistete Cécile Vogt bahnbrechende Arbeit in der Erforschung der Anatomie des menschlichen Gehirns sowie auf dem Gebiet der Erkrankungen des Nervensystems. Sie baute die serielle Herstellung von Hirnpräparaten systematisch auf, bildete die Präparatorinnen selbst aus und legte die weltweit größte Sammlung an Schnitten von menschlichen und tierischen Gehirnen an.

Ihre Veröffentlichungen brachten Cécile und Oskar Vogt höchste wissenschaftliche Anerkennung. 1925 – 27 untersuchte Oskar Vogt in Moskau das Gehirn Lenins.

1931 wurde Oskar Vogt Direktor des Kaiser-Wilhelm-Institutes für Hirnforschung in Berlin, und seine Frau leitete die anatomische Abteilung. Aus politischen Gründen mussten die beiden 1936 die Leitung niederlegen. 1937 eröffneten sie in Neustadt im Schwarzwald das Institut für Hirnforschung und allgemeine Biologie, wo sie gemeinsam arbeiteten. Später wandten sie sich auch genetischen Mutationen zu.

Cécile behandelte den nervenkranken Großindustriellen Friedrich Krupp, der dafür ihre Forschung finanziell unterstützte.

Nach dem Tod ihres Ehemanns 1959 zog Cécile Vogt zu ihrer Tochter Marthe nach Cambridge.

 

Briefmarken:

  • Bundesrepublik Deutschland 1432 (1989)
  • Berlin 848 (1989)

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2008)