Letzte Aktualisierung:
26. 08. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Augusta

Deutsche Kaiserin, Königin von Preußen

* 30.9.1811 Weimar, † 7.1.1890 Berlin

 

augusta 

Augusta, Kaiserin wider Willen, setzte sich für Kultur, Wohlfahrt und Kirche ein.

Prinzessin Augusta Marie Luise Katharina wuchs am Hof von Weimar auf. Ihr Vater war Großherzog Carl Friedrich von Sachsen-Weimar (1789 – 1853), ihre Mutter Maria Pawlowna (1786 – 1859) war die Schwester des russischen Zaren Alexander I. Augusta erhielt eine standesgemäße Erziehung; sie war intelligent, lernte Zeichnen und Musizieren, sprach französisch und russisch.

1829 heiratete Augusta in Berlin Prinz Wilhelm von Preußen (1797 – 1888), den zweitältesten Sohn von König Friedrich Wilhelm III. Von den Kindern des Paares überlebten nur zwei: Kronprinz Friedrich (1831 – 1888) und Tochter Luise (1838 – 1932). Die Ehe war allerdings eine Enttäuschung, denn Wilhelm hatte zahlreiche Geliebte, vor allem Tänzerinnen, und etliche uneheliche Kinder. Seine Frau fand er wenig attraktiv.

Augusta war ihrem Mann intellektuell überlegen; mit ihren Repräsentationsaufgaben und gesellschaftlichen Verpflichtungen fühlte sie sich unterfordert. Das Leben am konservativen preußischen Hof behagte ihr nicht – in Weimar war man liberal gesinnt. Ihre glücklichsten Jahre verbrachte sie 1850 – 1860 in Koblenz, wo sie die Rheinanlagen neu gestalten ließ und das kulturelle Leben förderte. Sie war politisch interessiert, diskutierte gern und hatte Einfluss auf die königliche Politik, den sie nach der Ernennung Otto von Bismarcks zum Ministerpräsidenten allerdings verlor; die von Bismarck angefachten Kriege vermochte die glühende Pazifistin nicht zu verhindern.

1861 wurde Wilhelm König von Preußen und 1871 Kaiser von Deutschland – beide Kronen nahm Augusta nur widerwillig. Da sie politisch nichts mehr bewirken konnte, engagierte sie sich sozial: sie kümmerte sich um verwundete Soldaten, half 1866 bei der Neugründung des „Vaterländischen Frauenvereins“, richtete Krankenhäuser ein, darunter z.B. die Augusta-Kliniken in Berlin, und unterband die Auflösung von Klöstern. Trotz allem war sie nie eine beliebte oder populäre Landesmutter.

Im „Dreikaiserjahr“ 1888 verlor Augusta zuerst ihren Mann, dann ihren Sohn; ihr Enkel Wilhelm wurde schließlich der letzte Deutsche Kaiser. Im hohen Alter litt Augusta an Rheuma, blieb aber bis zuletzt geistig rege. Sie wurde im Schlosspark Charlottenburg neben ihrem Mann beigesetzt.

 

Briefmarken:

  • Deutschland Sonderstempel 56075 Koblenz 13.11.2011

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2011)