Letzte Aktualisierung:
14. 08. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Werefkin, Marianne von

Russische Malerin

* 11.9.1860 Tula, Russland, † 6.2.1938 Ascona (Schweiz)

 

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Eigentlich: Marianne Wladimirowna Werefkina.

Marianne von Werefkin stammte aus einer Adelsfamilie, der Vater war Offizier, die Mutter Malerin. Sie erhielt eine westlich orientierte Ausbildung und Unterricht im Malen und Zeichnen, ab 1886 bei dem ukrainischen realistischen Maler Ilja Repin (1844 – 1930) in St. Petersburg. Nach einem Unfall war ihre rechte Hand verkrüppelt, dennoch erlangte sie – mit Hilfsmitteln – eine gewisse malerische Perfektion.

1891 lernte Marianne von Werefkin den Maler Alexej Jawlensky (1864 – 1941) kennen, mit dem sie 1896 nach München zog. Ihre eigene künstlerische Produktion stellte sie ein, um Jawlensky zu fördern. In ihrem Künstlersalon traf sich die Avantgarde. Mit Wassily Kandinsky (1866 – 1944) gründete sie die „Lukasbruderschaft“.

1902 begann Marianne von Werefkin selbst wieder zu malen: nur in Tempera. Ab 1905 unternahm sie Reisen nach Frankreich; ihr Verhältnis zu Jawlensky war getrübt. Ihre Bilder waren nun nicht mehr realistisch, sondern vom Expressionismus beeinflusst. Im Sommer waren sie und Jawlensky oft bei Gabriele Münter (1877 – 1962) und Kandinsky in Murnau zu Gast, um gemeinsam zu arbeiten. 1909 gründete sie zusammen mit u. a. Jawlensky, Kandinsky und Franz Marc (1880 – 1916) die „Neue Künstlervereinigung München“; später schloss sie sich dem „Blauen Reiter“ an. Ihre Gemälde stellte sie u. a. in Deutschland, der Schweiz, Schweden und Russland aus.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs emigrierte Marianne von Werefkin mit Jawlensky in die Schweiz, 1918 zogen beide nach Ascona. 1920 trennte sie sich nach fast 30 Jahren von Jawlensky. 1924 war sie Mitbegründerin der Künstlervereinigung „Großer Bär“.

Da Marianne von Werefkin ihr Vermögen durch die russische Revolution verloren hatte, verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt als Plakatmalerin und Pharmavertreterin – ihre Gemälde wollte sie nicht verkaufen. Sie bereiste Italien und die Schweiz und begann, sich sozial zu engagieren. Die letzten Lebensjahre lebte sie zurückgezogen und starb verarmt in Ascona.

Die Briefmarke zeigt Marianne von Werefkin zusammen mit Alexej Jawlensky auf einem Gemälde Gabriele Münters, das 1908/09 entstand.

 

Briefmarken:

  • Bundesrepublik Deutschland 1750 (1994)

 

Quellen:

  • Bernd Fäthke, Marianne von Werefkin, Prestel Verlag München 1988
  • Christina Haberlik/Ira Diana Mazzoni, 50 Klassiker – Künstlerinnen, Gerstenberg Verlag Hildesheim 2002
  • Ernst Probst, Superfrauen 9 – Malerei und Fotografie, Verlag Ernst Probst Mainz 2001
  • http://www.murnau.de/de/marianne-von-werefkin_p2 [28.10.2011]

(Iris Ruhl 2008)