Letzte Aktualisierung:
05. 06. 2017

 

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Schwarzhaupt, Elisabeth

Deutsche Politikerin

* 7.1.1901 Frankfurt/Main, † 29.10.1986 Frankfurt/Main

 

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Elisabeth Schwarzhaupt war die erste Ministerin in der Bundesregierung.

Durch ihre Eltern, Oberschulrat Wilhelm Schwarzhaupt, Abgeordneter im preußischen Landtag, und seine Ehefrau Frieda, wurde Elisabeth Schwarzhaupt liberal erzogen. Sie besuchte ein Realgymnasium, das sie mit dem Abitur abschloss.

Elisabeth Schwarzhaupt studierte Jura und Pädagogik in Frankfurt/Main und Berlin. 1920 bestand sie das Lehrerinnenexamen, 1929 promovierte sie zum Dr. phil., 1930 legte sie das zweite juristische Staatsexamen ab. Sie arbeitete als Juristin, zuletzt als Richterin, bis sie 1933 Berufsverbot erhielt. Von 1934 bis 1936 arbeitete sie für die Zentrale des Deutschen Rentnerbundes, danach für die „Evangelische Frauenarbeit in Deutschland“.

Von 1919 bis 1933 hatte Elisabeth Schwarzhaupt der Deutschen Volkspartei angehört; 1945 trat sie in die CDU ein. 1953 wurde sie in den deutschen Bundestag gewählt; ab 1957 gehörte sie dem Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an.

1961 wurde Elisabeth Schwarzhaupt die erste Ministerin in einer deutschen Bundesregierung: an der Spitze des neu gegründeten Gesundheitsministeriums war sie die Ansprechpartnerin für „Frauenfragen schlechthin“; dieses Amt hatte sie bis 1966 inne. Ihre erste Bewährungsprobe als Gesundheitsministerin war der Contergan-Skandal – hier sorgte sie für rasche Hilfe für die Kinder und ihre Eltern und leitete Gesetzesänderungen ein. Sie initiierte das Bundesseuchengesetz und kümmerte sich z. B. um Verbesserungen des Mutterschutzes und der rechtlichen Stellung nicht-ehelicher Kinder.

Elisabeth Schwarzhaupt wurde 1966 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, 1967 wurde ihr die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen verliehen.

Auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag 1969 war Elisabeth Schwarzhaupt politisch engagiert, so plädierte sie z. B. für eine Reform des Eherechts. Von 1970 bis 1972 war sie Präsidentin des Deutschen Frauenrates, außerdem Vorsitzende des Kuratoriums für das Behinderte Kind.

 

Briefmarken:

  • Bundesrepublik Deutschland 1955 (1997)

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2008)