Letzte Aktualisierung:
05. 06. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Ihrer, Emma

Deutsche Sozialreformerin

* 3.1.1857 Glatz, Schlesien, † 8.1.1911 Berlin

 

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Auch Strafen konnten Emma Ihrers Kampf um Gleichberechtigung nicht bremsen.

Mädchenname: Emma Rother

Die Tochter eines Schuhmachers wuchs in kleinbürgerlichen Kreisen auf und wurde streng katholisch erzogen. 1881 zog sie nach Berlin und arbeitete dort als Putzmacherin. Sie heiratete den Apotheker Emanuel Ihrer.

In Berlin engagierte sie sich gewerkschaftlich für die Gleichstellung der Frauen im Arbeitsleben. Zusammen mit anderen Frauen gründete sie 1881 den „Frauen-Hilfsverein für Handarbeiterinnen“, 1885 den „Verein zur Vertretung der Interessen der Arbeiterinnen“, in dem sie Schriftführerin wurde. Mit der Begründung, politisch zu sein, wurde der Verein 1886 verboten; Emma Ihrer und ihre Mitstreiterinnen wurden vor Gericht gestellt und verurteilt. Weitere ähnliche Vereine wurden ebenfalls verboten; trotzdem gab Emma Ihrer nicht auf. 1889 gehörte sie zur Delegation des Internationalen Sozialisten-Kongresses in Paris, wo sie als Rednerin internationale Anerkennung fand.

Emma Ihrers Ehe scheiterte; sie verließ ihren Mann und lebte ab 1891 – ohne Trauschein – mit dem Gewerkschafter Carl Legien (1861 – 1920) zusammen, der sie in ihren Bemühungen um die Verbesserung der Situation der Frau unterstützte.

1890 gründete sie mit Clara Zetkin (1857 – 1933) die Zeitschrift Die Arbeiterin, die nach einem Jahr in Die Gleichheit umbenannt wurde. Emma Ihrer veröffentlichte eine Reihe von Broschüren zur sozialen Lage der Arbeiterin wie z. B. 1893 „Die Organisation der Arbeiterinnen Deutschlands, ihre Entstehung und Entwicklung“. 1898 erschien ihre Agitationsschrift „Die Arbeiterinnen im Klassenkampf“.

1904 bildete sich unter dem Vorsitz von Emma Ihrer ein gewerkschaftliches Frauenkomitee, das die Frauenarbeit voranbringen sollte. 1909 wurde unter ihrer Mithilfe die Organisation der Dienstboten gegründet. Sie setzte sich immer wieder für die Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse ein, obwohl sie dafür bestraft und inhaftiert wurde. Emma Ihrer starb nach schwerer Krankheit.

 

Briefmarken:

  • Bundesrepublik Deutschland 1405 (1989)
  • Berlin 833 (1989)

 

Quellen:

  • Ute Gerhard, Unerhört. Die Geschichte der deutschen Frauenbewegung, Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbek 1990
  • Daniela Weiland, Hermes Handlexikon Geschichte der Frauenemanzipation in Deutschland und Österreich, Econ Taschenbuch Verlag Düsseldorf 1983
  • archiv.spd-berlin.de/geschichte/personen/a-k/ihrer-emma/ [22.8.2011]

(Iris Ruhl 2008)