Letzte Aktualisierung:
05. 06. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Spyri, Johanna

Schweizer Schriftstellerin

* 12.6.1827 Hirzel, † 7.7.1901 Zürich

 

spyri

 

Johanna Spyri erdichtete eine der berühmtesten Kinderbuchfiguren: Heidi.

Johannas Vater, Jakob Heußer, war Landarzt, die Mutter Meta eine Pfarrerstochter; sie hatte noch fünf Geschwister. In Hirzel besuchte Johanna sechs Jahre die Alltagsschule und zwei Jahre die Repetierschule; danach wurde sie nach Zürich geschickt, um Sprachen zu lernen. Dort lernte sie den Dichter Conrad Ferdinand Meyer kennen. Mit 18 kam sie zurück nach Hirzel, um die jüngeren Schwestern zu unterrichten und ihre Aussteuer zu nähen. In dieser Zeit las sie die Klassiker und schrieb Gedichte, Hausarbeit lag ihr nicht.

1852 heiratete Johanna Heußer Bernhard Spyri, einen Anwalt und Zeitungsredakteur. Das Paar lebte in Zürich, aber die Rolle der Hausfrau fiel Johanna schwer. Sie besuchte regelmäßig literarische Veranstaltungen und pflegte die Freundschaft zur Familie Meyer. Als 1855 ihr einziger Sohn Bernhard geboren wurde, widmete sie sich zunächst ausschließlich der Mutterrolle.

Erst ab 1871 konnte Johanna Spyri ihre Geschichten veröffentlichen. Ihre berühmtesten Werke sind „Heidis Lehr- und Wanderjahre“ (1880) und „Heidi kann brauchen, was es gelernt hat“ (1881), beide angesiedelt in der Umgebung ihres Geburtsortes Hirzel. 1882 folgte das „Rosen-Resli“, 1883 „Wo Gritlis Kinder hingekommen sind“ und 1884 „Gritlis Kinder kommen weiter“.

Das schwerste Jahr für Johanna Spyri war 1884, als zuerst ihr Sohn und später ihr Mann starben. Sie fuhr fort zu schreiben, unternahm viele Reisen nach Deutschland und Italien, zum Teil auch allein, und besuchte Schulklassen und Kranke. Sie starb nach einer kurzen Krankheit.

In ihren Büchern erdichtete Johanna Spyri sich die heile Welt, die sie selbst nicht hatte. Sie beschrieb dörfliches Leben, und ihre Hauptfiguren waren fröhliche Kinder, geprägt von christlichem Glauben. Ihr bedeutendstes Werk, „Heidi“, wurde in über 50 Sprachen übersetzt und mehrfach verfilmt.

 

Briefmarken:

  • Schweiz 561 (1951), 1284 (1984)
  • Bundesrepublik Deutschland 2192 (2001)

 

Quellen:

  • Roswitha Fröhlich/Jürg Winkler, Johanna Spyri, Arche Verlag Zürich 1986
  • Georg Thürer, Johanna Spyri und ihr Heidi, Verlag Paul Haupt Bern 1982
  • Jürg Winkler, Johanna Spyri. Aus dem Leben der „Heidi“-Autorin, A. Müller Verlag Rüschlikon Zürich 1986

(Iris Ruhl 2008)