Letzte Aktualisierung:
07. 11. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Christina

Königin von Schweden

* 18.12.1626 Stockholm, † 19.4.1689 Rom

 

christina

 

Königin Christina von Schweden war eine rätselhafte und widersprüchliche Persönlichkeit.

Die Tochter von König Gustav Adolf und Maria Eleonore war erst sechs Jahre alt, als ihr Vater im Dreißigjährigen Krieg fiel. Sie wurde von ihrer Tante erzogen. Sie war sehr gebildet und interessierte sich für Kunst, Wissenschaft, Politik und Theologie. Mit 18 Jahren wurde Christina mündig und übernahm die Regierung.

Die Beendigung des Dreißigjährigen Krieges durch den Westfälischen Frieden (1648) wurde von ihr maßgeblich vorangetrieben. Am 20.10.1650 wurde sie in Stockholm zur Königin gekrönt. Als Jugendliche hatte sie für ihren Vetter Karl Gustav von der Pfalz geschwärmt; nun lehnte sie die Heiratsanträge sämtlicher Königshäuser strikt ab. Da der Protestantismus keine Lösung für ihre inneren Konflikte bot, wandte sie sich dem Katholizismus zu, an dem sie besonders Zölibat und Heiligenverehrung beeindruckten. Ihre Absicht zu konvertieren – eine katholische Königin war im protestantischen Schweden undenkbar – und ihr unbändiger Drang nach Freiheit führten dazu, dass sie am 6.6.1654 abdankte.

Christina reiste nach Hamburg, Flandern und Österreich, überall feierte sie rauschende Feste. Am 3.11.1655 trat sie in Innsbruck zum katholischen Glauben über. Sie reiste weiter nach Rom, wo sie im Palazzo Riario ihren festen Wohnsitz wählte. 1656 gründete sie die Academia Reale für Philosophie, Kunst, Musik und Alchimie.

Trotz finanzieller Probleme führte Christina ein ausschweifendes Leben. Sie verliebte sich in Kardinal Azzolino – eine unerfüllte Liebe; auch Beziehungen zu Frauen werden ihr nachgesagt. Von Rom aus unternahm sie Reisen nach Frankreich und Schweden. Sie spann und entdeckte politische Intrigen. Nach dem Tode ihres Nachfolgers Karl Gustav beanspruchte sie den schwedischen Thron, wurde aber abgewiesen.

Um 1680 begann sie, ihre Memoiren zu schreiben, in denen sie sich selbst als einzigartig, „auserwählt“ bezeichnet. In ihrem Testament setzte sie Kardinal Azzolino als Alleinerben ein. Sie starb an einer Lungenentzündung und wurde in der Grotte Vecchie mitten unter den Päpsten beigesetzt.

 

Briefmarken:

  • Schweden 249 (1938), 2049 (1998)
  • Finnland 842 (1979), 1106 (1990)

 

Quellen:

  • Jörg-Peter Findeisen, Christina von Schweden, Societäts-Verlag Frankfurt/Main 1992
  • Verena von der Heyden-Rynsch, Christina von Schweden – Die rätselhafte Monarchin, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar 2000
  • www.bautz.de/bbkl/c/christine_v_s.shtml  [8.3.2011]

(Iris Ruhl 2001)