Letzte Aktualisierung:
05. 06. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Hainisch, Marianne

Österreichische Politikerin

* 25.3.1839 Baden bei Wien, † 5.5.1936 Wien

 

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Marianne Hainisch setzte sich für die Einführung des Muttertags in Österreich ein, der seit 1924 gefeiert wird.

Marianne war die älteste Tochter des wohlhabenden Fabrikanten Josef Perger. Als Kind hatte sie Hauslehrer, später besuchte sie als Externe das Institut Fröhlich, eine Höhere Töchterschule. Mit 18 heiratete sie 1857 den Fabrikbesitzer Michael Hainisch; das Paar bekam zwei Kinder, Sohn Michael und Tochter Maria.

Wegen des amerikanischen Bürgerkriegs (1861 – 1865) geriet die Firma ihres Mannes in eine wirtschaftliche Krise, und Marianne Hainisch wurde mit der schlechten Lage der Arbeiterfamilien konfrontiert: Sie erkannte, dass ohne eine Ausbildung die Arbeiterfrauen nichts zum Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen konnten.

Marianne Hainisch war eine Pionierin der österreichischen Frauenbewegung. Sie trat dem „Frauen-Erwerbsverein“ bei, der 1866 gegründet worden war. Fortan setzte sie sich für die Verbesserung der Ausbildungschancen für Mädchen und die Gleichberechtigung der Frau ein. Sie war eine glänzende Rednerin und besaß auch schriftstellerische Begabung. Im Jahr 1870 forderte sie in ihrer Schrift "Zur Frage des Frauenunterrichtes" die Einrichtung von Mädchenrealgymnasien und das Recht der Frauen auf ein Universitätsstudium; außerdem verlangte sie die Zulassung von Frauen zu allen Berufen, um ihnen bessere Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen. Dieses Jahr darf als die Geburtsstunde der österreichischen Frauenbewegung angesehen werden. 1875 veröffentlichte sie "Die Brotfrage der Frau" und verfasste noch weitere Schriften zur Frauenbildung.

Marianne Hainisch wurde zu einer der Führerinnen der bürgerlichen Frauenbewegung und erreichte, dass Ende des 19. Jahrhunderts die Universitäten für Frauen geöffnet wurden. 1899 gründete sie den „Bund Österreichischer Frauenvereine", den sie 16 Jahre lang leitete. 1918 trat Marianne Hainisch der Bürgerlich-Demokratischen Partei bei, 1929 war sie Mitgründerin der „Österreichischen Frauenpartei“ und engagierte sich für Gleichberechtigung, Fürsorgeaufgaben und Friedenspolitik. Zu ihren Freundinnen zählte sie Bertha von Suttner und Marie von Ebner-Eschenbach.

Marianne Hainisch starb im hohen Alter von 97 Jahren; ihre Geburtsstadt Baden errichtete ihr ein Denkmal. Ihr Sohn Michael (1858 – 1940) war der erste österreichische Bundespräsident.

 

Briefmarken:

  • Österreich 1946 (1989)

 

Quellen:

  • Elga Kern, Führende Frauen Europas – Elga Kerns Standardwerk von 1928/1930, Ernst Reinhardt Verlag München 1999 (Nachdruck)
  • Udo Sautter, Biographisches Lexikon zur deutschen Geschichte, Verlag C. H. Beck München 2002
  • Ernst Probst, Superfrauen 11 – Feminismus und Familie, Verlag Ernst Probst Mainz 2001
  • www2.onb.ac.at/ariadne/vfb/bio_hainisch.htm [28.2.2014]

(Iris Ruhl 2008/2014)