Letzte Aktualisierung:
14. 08. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

McClintock, Barbara

US-amerikanische Biologin

* 16.6.1902 Hartford, Conn., † 2.9.1992 Huntington, N Y

 

 mcclintock 

 

Die Entdeckerin der „Springenden Gene“ erlangte schließlich späte Anerkennung.

Barbara McClintock wuchs in einer Zeit auf, in der eine Ausbildung für Mädchen noch nicht selbstverständlich war. Sie war ein selbständiges Kind, las viel und wollte immer den Dingen auf den Grund gehen. Nach Abschluss der Highschool arbeitete sie, um das Geld für das Studium zu verdienen. Sie studierte am Institut für Landwirtschaft der Universität Cornell in Ithaca, N Y. Sie arbeitete mit Maispflanzen, auf dem Feld trug sie Hosen statt der hinderlichen Röcke. 1927 promovierte sie zum Doktor der Botanik.

Als Frau bekam Barbara McClintock keine feste Anstellung, jedoch Forschungsstipendien für ihre genetischen Untersuchungen am Mais. 1931 konnte sie nachweisen, dass ein Austausch von Erbfaktoren mit einem Austausch von Chromosomenstücken einhergeht. 1936 wurde sie Assistenz-Professorin an der Universität von Missouri – weit unter ihrer Qualifikation. 1941 ging sie als Maisgenetikerin nach Cold Spring Harbor, NY. 1944 wurde sie Mitglied der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften – als 3. Frau! – und die erste weibliche Präsidentin der Genetischen Gesellschaft von Amerika!

In Cold Spring Harbor untersuchte sie Indianermais, an dem sie Mutationen beobachtete, die aber nicht beständig waren. Durch ihre langjährigen Züchtungsexperimente gelangte sie Ende der 40er Jahre zu der Schlussfolgerung, dass es Kontrollgene geben muss, die von einem Chromosom zum anderen springen und sogar innerhalb des Chromosoms die Position wechseln können: Sie hatte die „Springenden Gene“ entdeckt. Als sie ihre Ergebnisse 1951 veröffentlichte, stieß sie auf Skepsis – damals hielt man noch am Dogma der Unveränderlichkeit des Erbgutes fest. Ihre weiteren Forschungen überzeugten sie, dass Springende Gene auch bei anderen Arten vorkommen müssten.

Nachdem Watson und Crick 1953 die Struktur des DNS-Moleküls aufgeklärt hatten, war das Gen nicht länger ein Mysterium. Aber erst Ende der 70er Jahre stürzte das Dogma der Beständigkeit des Erbgutes: man erkannte, dass Gene im Erbgut immer wieder neu kombiniert werden: so passt sich der Organismus veränderten Lebensbedingungen an, außerdem können harmlose Gene zu krebsauslösenden werden. Nach 30 Jahren wurden Barbara McClintocks Thesen endlich bestätigt, und sie verhalfen ihr zu später Anerkennung: 1983 wurde ihr der Nobelpreis für Medizin zuerkannt.

 

Briefmarken:

  • Schweden 1575 (1989)
  • USA 3923 (2005)

 

Quellen:

  • Ulla Fölsing, Nobel-Frauen. Naturwissenschaftlerinnen im Porträt, München: Beck, 2001
  • Charlotte Kerner (Hg.), Nicht nur Madame Curie. Frauen die den Nobelpreis bekamen, Beltz & Gelberg Weinheim Basel 1992

(Iris Ruhl 2002)