Letzte Aktualisierung:
07. 11. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Bora, Katharina von

„Die Lutherin“ – Ehefrau Martin Luthers

* 29.1.1499 Lippendorf, † 20.12.1552 Torgau

 

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Katharina von Bora stammte aus einer verarmten sächsischen Adelsfamilie und verlor als fünfjähriges Mädchen ihre Mutter. Zur Nonne bestimmt, kam sie 1505 ins Kloster, zuerst in die Klosterschule nach Brehna, später in das Zisterzienserkloster Marienthron in Nimbschen, wo sie mit 16 Jahren das Gelübde ablegte. Sie lernte Lesen, Schreiben, Rechnen und Latein und eignete sich Kenntnisse der Heilkunde und Hauswirtschaft an – für die damalige Zeit war sie eine gebildete Frau.

Katharina von Bora war begeistert von den reformatorischen Ideen des Reformators Martin Luther (1483 – 1546). Draußen, in der Welt, eine christliche Ehe zu führen, das wurde nun ihr Ziel. Da ihr ein Austritt aus dem Kloster unmöglich war, floh sie in der Osternacht 1523 mit Unterstützung Luthers nach Wittenberg. Zunächst wohnte sie im Haushalt des Malers Lucas Cranach (1472 – 1553), der sie mehrfach porträtierte.

1525 heiratete Katharina von Bora Martin Luther; das Ehepaar bewohnte einen ehemaligen Klosterbau in Wittenberg und bekam sechs Kinder, von denen vier das Erwachsenenalter erreichten. „Die Lutherin“ entwickelte sich zu einer emsigen Hausfrau, treusorgenden Mutter und geschäftstüchtigen Verwalterin. Sie ging in ihren häuslichen Pflichten auf, kümmerte sich um Familie, Gäste, Haushalt, Garten, Land und Vieh und hielt so ihrem Mann den Rücken frei.

Der luthersche Haushalt wurde zum Prototyp des evangelischen Pfarrhauses. Ihr Heim im „Schwarzen Kloster“ war in dieser Zeit eine Zuflucht für Menschen, die wegen ihres neuen Glaubens verfolgt wurden, und das geistige Zentrum Wittenbergs. Katharina, intelligent und selbstbewusst, nahm regen Anteil an den berühmten „Tischreden“ mit Studenten und Gästen im Hause Luther.

Nach dem Tod ihres Mannes 1546 behielt Katharina die Vormundschaft für ihre Kinder, und es gelang ihr auch, das Schwarze Kloster zu erhalten. Mehrfach musste die Familie vor den Kriegswirren aus Wittenberg flüchten. 1552 floh sie mit ihren beiden jüngsten Kindern vor der Pest nach Torgau. Ihr Wagen verunglückte, und sie wurde schwer verletzt; sie erholte sich nicht mehr und starb drei Monate später in Torgau.

Der abgebildeten Sondermarke liegt ein Gemälde von Lucas Cranach von 1526 zugrunde.

 

Briefmarken:

  • Bundesrepublik Deutschland 2029 (1999)
  • Deutschland SSt. 06886 Wittenberg 7.6.1996 (Luthers Hochzeit)
  • Deutschland Privatpost Die Neue Post (8.11.2010)
  • Deutschland Privatpost MZZ Briefdienst Block "Die Wegbegleiter der Reformation" (15.2.2017)
  • DDR SSt. 7207 Neukieritzsch 16.2.1984, „485. Geburtstag“

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2008/2017)