Letzte Aktualisierung:
07. 11. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Meitner, Lise

Österreichische Physikerin

* 7.11.1878 Wien, † 27.10.1968 Cambridge, England

 

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Lise Meitner hat sich immer für die Ächtung von Atomwaffen eingesetzt.

Lise, eigentlich Elise, war die Tochter des Wiener Rechtsanwalts Philipp Meitner und seiner Frau Hedwig, das dritte von acht Kindern.

Schon als Jugendliche interessierte Lise Meitner sich für Naturwissenschaften. Nach dem Schulabschluss machte sie ihr Examen als Lehrerin; 1901 holte sie das Abitur nach – extern, an einem Jungengymnasium. Anschließend studierte sie an der Wiener Universität Physik und Mathematik; 1906 schloss sie das Studium mit der Promotion in Physik ab, als zweite Frau in Österreich.

Bei dem Physiker Max Planck (1858 – 1947) in Berlin setzte sie ihre Studien auf dem Gebiet der Radioaktivität fort. Ab 1913 war sie Assistentin des Chemikers Otto Hahn (1879 – 1968), mit dem sie eine langjährige Freundschaft verband. Zusammen entdeckten Meitner und Hahn das radioaktive Element Protactinium.

Während des Ersten Weltkriegs arbeitete Lise Meitner als Röntgenschwester. 1918 übernahm sie die Physikalische Abteilung des Kaiser-Wilhelm-Instituts in Berlin. Ab 1922 Dozentin, wurde sie 1926 in Berlin die erste Physikprofessorin Deutschlands. Ihre Forschung beinhaltete den Atomzerfall und radioaktive Isotope.

1933 wurde ihr – protestantisch getauft, aber jüdischer Abstammung – die Lehrbefugnis entzogen. Zunächst durfte sie weiterforschen; nach dem Anschluss Österreichs 1938 flüchtete Lise Meitner nach Schweden und arbeitete im Nobel-Institut in Stockholm. Mit Otto Hahn stand sie in ständigem fachlichem Briefkontakt. Für seine Experimente lieferte sie die theoretischen Erklärungen und war somit an der Entdeckung der Kernspaltung maßgeblich beteiligt. 1947 – 1952 war sie Professorin an der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm.

Lise Meitner wurde 1947 Ehrendoktor der Freien Universität Berlin; 1966 erhielt sie zusammen mit Otto Hahn den Enrico-Fermi-Preis der US-Atomenergiebehörde für die Entdeckung der Kernspaltung. Das chemische Element Nr. 109 wurde nach ihr Meitnerium benannt. 1960 zog sie nach Cambridge, wo sie kurz vor ihrem 90. Geburtstag starb.

 

Briefmarken:

  • Bundesrepublik Deutschland 1366 (1988)
  • Berlin 812 (1988)
  • Österreich 1588 (1978)

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2008)