Letzte Aktualisierung:
07. 11. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Joliot-Curie, Irène

Französische Chemikerin

* 12.9.1897 Paris, † 17.3.1956 Paris

 

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Irène Joliot-Curie, Tochter zweier Nobelpreisträger, trat in die Fußstapfen ihrer Eltern und erhielt selbst den Nobelpreis.

Irène Curie war die älteste Tochter des berühmten Ehepaares Marie (1867 – 1934) und Pierre (1859 – 1906) Curie. Sie war hochbegabt und erhielt nach der Grundschule ausgezeichneten Privatunterricht, teilweise von ihrer Mutter. Schon früh interessierte sie sich für Naturwissenschaften.

Ab 1914 studierte Irène Curie Physik und Mathematik an der Pariser Sorbonne. Während des Ersten Weltkrieges half sie ihrer Mutter in deren mobiler Röntgenstation. Nach dem Krieg setzte sie ihr Studium fort und wurde Assistentin ihrer Mutter am Radium-lnstitut. Ihre Dissertation schrieb sie 1925 über die Alphastrahlung des Elements Polonium, das ihre Mutter entdeckt hatte. 1926 heiratete sie Frédéric Joliot (1900 – 1958), den Assistenten ihrer Mutter; das Paar hatte zwei Kinder, Hélène (*1927) und Pierre (*1932).

Irène und Frédéric Joliot-Curie erforschten gemeinsam die Kernreaktionen, die beim Beschuss chemischer Elemente mit Alphastrahlung ablaufen. Dabei entdeckten sie das Auftreten neuer radioaktiver Isotope von bekannten Elementen, die künstlich erzeugt und nur kurzlebig waren. Diese Umwandlung eines Elementes in ein anderes durch radioaktive Strahlung wurde Transmutation genannt. Beide erhielten 1935 den Nobelpreis in Chemie für die Synthese neuer radioaktiver Elemente.

1937 wurde Irène Joliot-Curie Professorin für Physik an der Sorbonne. Wegen einer Tuberkulose-Erkrankung verbrachte sie die Zeit des Zweiten Weltkriegs zumeist in einem Sanatorium in der Schweiz. Nach Kriegsende wurde sie 1946 Direktorin des Radium-lnstituts, leitete von 1946 bis 1950 die französische Atomenergiekommission und wirkte am Bau des ersten französischen Atomreaktors 1948 mit. Sie hielt Vorträge in den USA und setzte sich für den Frieden ein.

Wie ihre Mutter starb Irène Joliot-Curie durch den Umgang mit der Radioaktivität an Leukämie.

Die Mitgliedschaft in der französischen Akademie der Wissenschaften blieb ihr zeitlebens verwehrt.

 

Briefmarken:

  • Frankreich 2347 (1982) (rechts; links Frédéric Joliot)
  • Mauretanien 563 (1977)
  • Sierra Leone 2443 (1995)
  • Guinea Bl. 1591 (2008)

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2006)