Letzte Aktualisierung:
26. 08. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Heuss-Knapp, Elly

Deutsche Politikerin

* 25.1.1881 Straßburg, † 19.7.1952 Bonn

 

Bundesrepublik Deutschland MI 1082 (1981)

 

Elly Heuss-Knapp war die erste „First Lady“ der Bundesrepublik Deutschland.

Mädchenname: Elisabeth Eleonore Anna Justine Knapp.

Elly Knapp wuchs in Straßburg auf; ihr Vater war der Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Knapp. Die Tochter aus gutem Hause beschloss früh, einen Beruf zu erlernen. Schon als Kind hatte sie viel Mitgefühl für andere gezeigt, denen es nicht so gut ging. Mit 15 Jahren half sie in der Sonntagsschule. Sie bewunderte Friedrich Naumann und Albert Schweitzer, die in ihrem Elternhaus oft zu Gast waren. 1899 legte sie ihr Lehrerinnenexamen ab und gründete eine Fortbildungsschule für Mädchen.

Das Studium der Volkswirtschaft absolvierte sie in Freiburg, später in Berlin, wo sie sich sozial engagierte und in den Frauengruppen von Alice Salomon mitarbeitete. Dort lernte sie den Redakteur der Hilfe, einer von Friedrich Naumann herausgegebenen Zeitschrift, kennen: Dr. Theodor Heuss (1884 – 1963). Sie heiratete ihn 1908, die Traurede hielt Albert Schweitzer (1875 – 1965).

Elly Heuss-Knapp unterrichtete weiterhin in Frauenschulen und sozialpädagogischen Anstalten. Sie verfasste eine „Bürgerkunde und Volkswirtschaftslehre für Frauen“. 1910 wurde der Sohn August geboren, 1912 zog die Familie nach Heilbronn. Während des Ersten Weltkrieges arbeitete sie für das Rote Kreuz. Nach Kriegsende kehrte die Familie nach Berlin zurück. Elly Heuss-Knapp wandte sich nun stärker der evangelischen Kirche zu und arbeitete in der Wohlfahrtspflege. Als ihr Mann 1933 seine Arbeit und das Mandat im Reichstag verlor, machte sie Werbesendungen im Rundfunk, um Geld zu verdienen. 1934 erschien ihre Autobiografie „Ausblick vom Münsterturm“.

Direkt nach Ende des Zweiten Weltkriegs befasste sie sich wieder mit der Sozialpolitik.
Als Theodor Heuss 1948 zum Bundespräsidenten gewählt wurde, zog seine Frau sich aus der Politik zurück – auch ihrer geschwächten Gesundheit wegen. 1950 gründete sie die Stiftung „Deutsches Müttergenesungswerk“ als gemeinsame Sozialeinrichtung der Wohlfahrtsverbände. 1951 veröffentlichte sie „Das blaue Buch von Rhein“.

Elly Heuss-Knapp starb 1952 nach langer Krankheit.

 

Briefmarken:

  • Bundesrepublik Deutschland 1082 (1981)
  • Berlin 178 (1957)

 

Quellen:

  • Kirsten Jüngling/Brigitte Roßbeck, Elly Heuss-Knapp. Die erste First Lady, Salzer-Verlag Heilbronn 1994
  • Ursula Köhler-Lutterbeck/Monika Siedentopf, Frauen im Rheinland, Emons Verlag 2001
  • www.munzinger.de/ (Munzinger-Archiv 51/1956 vom 10. Dezember 1956) [13.1.2011]
  • Anna Paulsen (Hg.), Elly Heuss-Knapp – Alle Liebe ist Kraft, Siebenstern Taschenbuch-Verlag 1965

(Iris Ruhl 2008)