Letzte Aktualisierung:
05. 06. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Marsh, Ngaio

Neuseeländische Schriftstellerin

* 23.4.1895 Christchurch, † 18.2.1982 Christchurch

 

Neuseeland MI 1069 (1989)

 

Geheiratet hat Ngaio Marsh nie – sie befürchtete, ihre künstlerische Freiheit zu verlieren.

Edith Ngaio Marsh – „Ngaio“ ist ein Wort aus der Maorisprache – wuchs als Einzelkind auf. Ihr Vater, Henry Edmund Marsh, war Bankangestellter, ihre Mutter Rose Elizabeth war Schauspielerin. Ihr Großvater gehörte zu den ersten Siedlern Neuseelands.

Ngaio besuchte eine höhere Töchterschule. Schon als Kind ging sie ins Theater, malte und schrieb Geschichten. Sie besuchte das St. Margaret's College in Christchurch, wo sie Mitherausgeberin des Schulmagazins war und ihren ersten Schreibwettbewerb gewann. In Schulaufführungen spielte sie oft Männerrollen – wegen ihrer Größe und ihrer tiefen Stimme! Im Ersten Weltkrieg besuchte sie die Kunstakademie in Christchurch und nahm in den 20er Jahren an Gemäldeausstellungen teil. Sie entdeckte ihre Liebe zum Theater und tourte mit der Shakespeare Company durch Neuseeland.

Ngaio Marsh verbrachte ihr Leben abwechselnd in London und Neuseeland. 1928-32 war sie zum ersten Mal in London, sie schrieb Zeitungsartikel und besuchte Theateraufführungen. In den 30er Jahren verlegte sie sich mehr aufs Schreiben.

1934 erschien Ngaio Marshs erster Kriminalroman „Das Todesspiel". Die Hauptfigur ist Inspektor Roderick Alleyn, der in über 30 Romanen Kriminalfälle löst; später heiratet er die Malerin Agatha Troy, der Ngaio Marsh autobiografische Züge gab. Die Krimis spielen in London (einige auch in Neuseeland) und haben mit dem Theater zu tun, z. B. „Ein Schuss im Theater“ (1935), „Ouvertüre zum Tod“ (1939), „Letzter Applaus“ (1947) oder ihr letzter Roman „Mord vor vollem Haus“ (1982), bei dem es um eine Aufführung des Shakespeare-Dramas „Macbeth“ geht. In „Zwischen Sarg und Grube“ (1978) kommt eine seltene Briefmarke vor.

Ngaio Marsh teilte ihre Zeit zwischen Schreiben und Theater auf. Über 30 Jahre lang produzierte sie in Neuseeland Shakespeare-Stücke – wie „Ein Sommernachtstraum“, „Hamlet“ oder „Macbeth“ – für die Canterbury Student Players von Christchurch. Ihr Hauptanliegen war, den Menschen in ihrer Heimat Shakespeare nahezubringen. 1966 wurde Ngaio Marsh mit dem Order of the British Empire geehrt und war von da an Dame Ngaio Marsh; im gleichen Jahr erschien ihre Autobiografie, 1977 bekam sie den „Edgar“, die Auszeichnung der Mystery Writers of America, für ihre Kriminalromane.

In ihren letzten Lebensjahren erkrankte sie an Krebs. Sie starb kurz nach Beendigung ihres letzten Romans an einer Gehirnblutung. 

 

Briefmarken:

  • Neuseeland 1069 (1989)

 

Quellen:

  • Margaret Lewis, Ngaio Marsh – A Life, Hogarth Press London 1991
  • Mary S. Weinkauf, Murder most poetic, The mystery novels of Ngaio Marsh, Borgo Press San Bernardino CA 1996
  • www.ngaio-marsh.org.nz/ (englisch) [13.1.2011]

 (Iris Ruhl 2007)