Letzte Aktualisierung:
14. 08. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Vigée-Lebrun, Elisabeth-Louise

Französische Malerin

* 16.4.1755 Paris, † 30.3.1842 Louveciennes

 

Frankreich MI 3663 (2002)

 

Sie malte die schönsten Porträts der ersten Dame ihres Landes, Königin Marie Antoinette: die französische Pastellmalerin Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun.

Als Kind bekam Elisabeth-Louise ihren ersten Malunterricht von ihrem Vater, dem Porträtmaler Louis Vigée (1715 – 1767). Nach seinem Tod entwickelte sie ihre Maltechnik selbständig weiter; als Vorbild nahm sie sich Gemälde von z. B. Rubens oder Van Dyck. Um ihre Familie finanziell zu unterstützen, verlegte sie sich auf die Porträtkunst und malte die Damen der Gesellschaft. 1776 heiratete sie den Kunsthändler Jean-Baptiste Pierre Lebrun, ihre gemeinsame Tochter Julie wurde 1780 geboren. Die Ehe wurde 1794 geschieden.

1778 malte Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun ihr erstes Porträt von Königin Marie Antoinette, und damit begann nicht nur ihre große Karriere, sondern sogar eine Freundschaft – zwischen der Königin von Frankreich und einer Bürgerlichen eine Ungeheuerlichkeit! Dank der Fürsprache der Königin wurde Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun 1783 in die Akademie de St Luc aufgenommen, und durch ihre Vermittlung bekam sie Kundinnen aus dem höchsten Adel. Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun wurde die Lieblingsmalerin der Königin und fertigte mehrere Porträts von ihr, auch zusammen mit ihren Kindern.

Die Verbindung zur Königin wurde ihr allerdings 1789 zum Verhängnis: bei Ausbruch der Französischen Revolution sah Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun sich gezwungen, Frankreich zu verlassen. Sie lebte anschließend mehrere Jahre in Italien, u. a. in Rom und Florenz; sie arbeitete 2 ½ Jahre in Wien, später in Berlin und fünf Jahre in St. Petersburg. Erst als Napoleon an der Macht war, konnte sie 1802 nach Frankreich zurückkehren. Sie zog nach Louveciennes in der Nähe von Paris, lebte aber auch zeitweise in London und in der Schweiz, wo ihr berühmtes Porträt der Schriftstellerin Germaine de Staël entstand.Tochter Julie starb 1819.

In den Jahren 1835 bis 1837 veröffentlichte Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun ihre Memoiren „Souvenirs“ in drei Bänden. Im letzten Lebensjahr erlitt sie einen Schlaganfall, von dem sie sich nicht mehr erholte.

Ihre Porträts zeichnen sich durch weiche Konturen und natürliche Posen aus. Sie hinterließ über 800 Gemälde, überwiegend Porträts.

Auf der Briefmarke ist ihr Selbstporträt aus dem Jahr 1790 abgebildet.

 

Briefmarken:

  • Frankreich 984 (1953), 3663 (2002)
  • Rumänien 2800 (1969)
  • Burundi 442, Bl. 28 (1968)
  • Cook-Inseln 1056, Bl. 155 (1985)
  • Dubai 306 (1968)
  • Jordanien 916 (1974)
  • Paraguay 1754 (1967)
  • Ruanda Bl. 65 (1975)
  • St. Lucia Bl. 32 (1981)

 

Quellen:

  • Christina Haberlik/Ira Diana Mazzoni, 50 Klassiker: Künstlerinnen, Gerstenberg Verlag Hildesheim 2002
  • www.batguano.com/vigee.html (englisch) [12.1.2011]

(Iris Ruhl 2005)