Letzte Aktualisierung:
07. 11. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Viehmann, Dorothea

Deutsche Märchenerzählerin

* 8.11.1755 Knallhütte bei Rengershausen, † 17.11.1815 Niederzwehren

 

Deutschland Sonderstempel 34225 Baunatal, 28. 3. 2004

 

„Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen!“ So heißt es im Märchen vom "Aschenputtel".

Dorothea Katharinas Vater Johann Pierson war hugenottischer Abstammung, Mutter Martha stammte aus einer hessischen Gastwirtsfamilie. Den Eltern gehörte das nahe Rengershausen bei Kassel gelegene Gasthaus mit Brauerei und Poststation „Zum Birkenbaum“, das die Kutscher wegen des Peitschenknallens auch „Knallhütte“ nannten. Von den durchreisenden Händlern schnappte Dorothea Pierson allerlei Geschichten auf.

Dorothea besuchte die Schule in Rengershausen und lernte dort auch Französisch. 1769 wurde sie in der Kirche von Kirchbauna konfirmiert. Die Piersons waren einfache Leute; durch den Verkauf von Obst und Gemüse auf dem Markt in Kassel verdiente Dorothea Pierson ein Zubrot. 1777 heiratete sie den Schneider Nikolaus Viehmann, mit dem sie sich in Niederzwehren niederließ; das Paar bekam fünf Töchter und einen Sohn. Als ihr Mann zu trinken begann, zog sie notgedrungen die Kinder mehr oder weniger allein auf.

1813 lernte Dorothea Viehmann in Kassel die Brüder Jacob (1785 – 1863) und Wilhelm (1786 – 1859) Grimm kennen. Die luden Dorothea Viehmann ein, sie mit Obst und Gemüse zu beliefern und dabei ein Stündchen zu opfern, um ihnen Märchen zu erzählen. Von den Märchen konnten die Brüder Grimm nicht genug bekommen: etwa 80 Märchen und Märchenvarianten lernten sie von der „Viehmännin“, wie sie auch liebevoll genannt wurde, insgesamt kennen. Die Grimms schrieben das Erzählte gleich mit – es brauchte praktisch nicht bearbeitet zu werden. Diese Märchen erschienen, fast wörtlich, 1815 im zweiten Band der Grimmschen "Kinder- und Hausmärchen"; darunter sind so bekannte Märchen wie "Aschenputtel" und "Die Bremer Stadtmusikanten", aber auch "Die Gänsemagd" und "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren". Die Brüder Grimm sorgten dafür, dass Dorothea Viehmanns Märchenschatz nicht in Vergessenheit geriet.

Dorothea Viehmann starb 60jährig nach einer schweren Erkrankung und wurde auf dem Friedhof in Niederzwehren beigesetzt.

Das einzige Porträt, das es von Dorothea Viehmann gibt, ist eine Radierung von Ludwig Emil Grimm (1790 – 1863, Bruder von Jacob und Wilhelm), die auch den Sonderstempel illustriert.

 

Briefmarken:

  • Deutschland Sonderstempel 34225 Baunatal, 28.3.2004 (falsches Todesjahr: 2016)

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2008/15)