Letzte Aktualisierung:
07. 11. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Zetkin, Clara

Deutsche Politikerin

* 5.7.1857 Wiederau/Erzgebirge, † 20.6.1933 Archangelskoje bei Moskau

 

DDR MI 3085 (1987)

 

Clara Zetkin war die Mitbegründerin des Spartakusbundes.

Clara war die älteste Tochter des Dorfschullehrers Gottfried Eißner und seiner Frau Josephine. 1872 zog die Familie nach Leipzig; 1874 begann Clara ihre Ausbildung am Lehrerinnenseminar der Frauenrechtlerin Auguste Schmidt (1833 – 1902).

Sie knüpfte Kontakte zum Allgemeinen Deutschen Frauenverein, lernte den russischen Revolutionär Ossip Zetkin (1853 – 1889) kennen und trat 1878 in die Sozialistische Arbeiterpartei ein. Zunächst arbeitete sie als Erzieherin. 1882 ging sie nach Zürich, wo sie Mitarbeiterin an dem Parteiorgan Der Sozialdemokrat war; später folgte sie Ossip Zetkin ins Exil nach Paris. Sie nahm den Namen ihres Lebensgefährten an und bekam zwei Söhne. Ihre Wohnung wurde zum Mittelpunkt der in Paris lebenden sozialistischen Emigranten. 1889 war sie Mitgründerin der Sozialistischen Internationale.

Nach dem Tod ihres Lebensgefährten kehrte Clara Zetkin 1891 nach Deutschland zurück. 1892 gründete sie mit Emma Ihrer die sozialdemokratische Frauenzeitschrift Die Gleichheit, die sie bis 1917 leitete. 1897 heiratete sie den Maler Georg Friedrich Zundel (1875 – 1958), behielt aber den Namen Zetkin bei.

1907 wurde Clara Zetkin Vorsitzende des Internationalen Frauensekretariats. Auf vielen Kongressen hielt sie Vorträge und Reden zur Frauenfrage – die Einführung des Internationalen Frauentages ging auf ihre Initiative zurück. 1915 nahm sie an der „Ersten Internationalen Frauenkonferenz“ in Bern teil; danach wurde sie festgenommen und saß 10 Wochen im Gefängnis.

Clara Zetkin war eine entschiedene Kriegsgegnerin. Zusammen mit Rosa Luxemburg war sie 1916 an der Gründung des Spartakusbundes beteiligt. 1919 trat sie in die KPD ein und war 1920 – 1933 Mitglied des Reichstages. 1919 – 1923 leitete sie die Frauenzeitung Die Kommunistin. Sie unternahm mehrere Reisen in die Sowjetunion und lebte ab 1924 fast ständig dort.

Ihre letzte Rede hielt Clara Zetkin 1932 als Alterspräsidentin zur Eröffnung des Deutschen Reichstages – da war sie bereits todkrank. Sie starb nach langer Krankheit; ihre Urne wurde an der Kremlmauer in Moskau beigesetzt.

 

Briefmarken:

  • DDR 476 (1955), 592 (1957), 1558 (1970), 3085 (1987)
  • Sowjetunion 1984 (1957)
  • Ungarn 1675 (1960)
  • China (Volksrepublik) 518 (1960), 1595 (1980)
  • Cuba 1005 (1965)

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2008)