Letzte Aktualisierung:
26. 08. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Fry, Elizabeth

Englische Sozialreformerin

* 21.5.1780 Norwich, † 12.10.1845 Ramsgate

 

BRD MI 156 (1952)

 

Elizabeth Fry reformierte das Gefängniswesen – nicht nur in Großbritannien.

Mädchenname: Elizabeth Guerney

Die Quäkerin war die dritte Tochter des wohlhabenden Fabrikanten und Bankiers John Guerney und seiner Frau Catherine; die Familie gehörte der „Society of Friends“ an. Elizabeth erhielt eine gute Ausbildung in Geschichte, Sprachen und Bibelkunde und begleitete ihre Mutter auf Armen- und Krankenbesuche. Ihr Leben lang führte sie Tagebuch. 1792 verlor sie ihre Mutter. 1798 wandte sie sich dem „schlichten“ Lebenswandel zu und gründete eine Sonntagsschule für Arbeiterkinder.

Im August 1800 heiratete Elizabeth Guerney den vermögenden Kaufmann Joseph Fry. In den nächsten zwanzig Jahren bekam Elizabeth Fry zwölf Kinder – glücklicherweise halfen Bedienstete und die Guerney-Schwestern im Haushalt und mit den Kindern. 

1811 wurde Elizabeth Fry Hilfspastorin der „Society of Friends“. Ab 1812 besuchte sie regelmäßig die Insassinnen des Newgate Gefängnisses. Entsetzt über die schlimmen Zustände beschloss sie, den inhaftierten Frauen und ihren Kindern zu helfen. 1817 gründete sie die „Gesellschaft für die Verbesserung der Haftbedingungen weiblicher Gefangener in Newgate“. Sie erreichte die Geschlechtertrennung, weibliche Aufseher für weibliche Gefangene und religiöse Betreuung, dazu Schulunterricht für die Kinder der Insassinnen. Elizabeth Fry gründete ein weiteres Frauenkomitee, das für obdachlose Frauen und Kinder Unterkunft und eine Mahlzeit bot. Den Ärmsten der Gesellschaft leistete sie praktische Hilfe und bot ihnen auch immer geistlichen Beistand an. Außerdem richtete sie eine Ausbildungsstätte für Krankenschwestern ein.

1827 berichtete Elizabeth Fry in ihrem Buch „Beobachtungen“ über ihre Arbeit mit den Gefängnisinsassinnen und sprach sich vehement gegen die Todesstrafe aus. Nach weiteren Gefängnisbesuchen in England, Schottland und Irland dehnte sie ihre Tätigkeit auf Krankenhäuser und Nervenheilanstalten aus. Sie besuchte auch Gefängnisse im Ausland; ihre wohltätige Arbeit wurde in ganz Europa anerkannt.

1843 musste Elizabeth Fry das Reisen aufgeben, da sich ihre Gesundheit verschlechterte; zuletzt war sie auf den Rollstuhl angewiesen. Sie starb nach langer Krankheit.

 

Briefmarken:

  • Bundesrepublik Deutschland 156 (1952)
  • Großbritannien 709 (1976)
  • Seychellen 338 (1975)

 

Quellen:

  • Georg Popp (Hg.), Große Frauen der Geschichte, Arena Verlag Würzburg 1994
  • Ernst Probst, Superfrauen 3 – Politik, Verlag Ernst Probst Mainz 2001
  • http://www2.gol.com/users/quakers/fry.htm (englisch) [7.1.2011]

(Iris Ruhl 2008)