Letzte Aktualisierung:
26. 08. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Aussem, Cilly

Deutsche Tennisspielerin

* 4.4.1909 Köln, † 22.3.1963 Portofino, Italien

 

BRD MI 1365 (1988)

 

Cilly Aussem war die erste deutsche Wimbledonsiegerin.

Richtiger Name: Cäcilia Edith Aussem

Cilly Aussem, so ihr Rufname, stammte aus einem wohlhabenden Elternhaus. Sie besuchte ein Internat am Genfer See, wo sie Sprachen, Musik, Tanzen und Tennis lernte.

1925 wurde Cilly Aussem Deutsche Tennis-Juniorenmeisterin. 1927, '30 und '31 gewann sie jeweils die Internationalen Tennis-Meisterschaften von Deutschland. 1928 führte sie die deutsche Tennis-Rangliste an und war die Nr. 7 der Weltrangliste. Ab Ende der 1920er Jahre trainierte sie mit William „Big Bill“ Tilden, mit dem sie 1930 die Mixed-Konkurrenz bei den Internationalen Französischen Meisterschaften gewann. Cilly Aussem war ein fröhliches und temperamentvolles Mädchen. Allerdings war sie von delikater Gesundheit; da ihre Augen sehr empfindlich waren, musste sie oft eine dunkle Brille tragen.

Das Jahr 1931 war das erfolgreichste Jahr für Cilly Aussem: zum dritten Mal wurde sie Internationale Deutsche Meisterin, sie gewann die Internationalen Französischen Meisterschaften und das Turnier in Wimbledon: in einem deutsch-deutschen Finale schlug sie Hilde Krahwinkel 6:2, 7:5 und wurde die erste deutsche Wimbledonsiegerin. Damit war sie die Nr. 1 in Europa, 1931 und 1932 auf der Weltrangliste die Nr. 2.

Nach ihrem Wimbledon-Sieg unternahm Cilly Aussem eine Südamerika-Tournee, von der sie krank zurückkam. Nach langer Erholungspause konnte sie nicht mehr an ihre Höchstform anknüpfen; 1934 schaffte sie es bis auf Platz 9 der Weltrangliste. Aus gesundheitlichen Gründen beendete sie 1935 ihre aktive Laufbahn.

Beim Skilaufen in Garmisch-Partenkirchen lernte Cilly Aussem den italienischen Grafen Fermo Murari della Corte Brà kennen und heiratete ihn 1934, das Paar hatte eine Tochter. Zwei Jahre lebte sie mit ihrem Mann in Italienisch-Somalia; dort zog sie sich eine Tropenkrankheit zu, von der sie sich nicht mehr ganz erholte. Fast erblindet starb sie mit nur 53 Jahren nach einer Leberoperation.

Ihr zu Ehren heißen die Deutschen Tennismeisterschaften der Juniorinnen „Cilly-Aussem-Spiele“; außerdem wurde der ICE zwischen Berlin und Bonn nach ihr benannt.

 

Briefmarken:

  • Bundesrepublik Deutschland 1365 (1988)
  • Deutschland SSt. 50933 Köln 26.8.2006, Ganzsache (2009) 
  • Berlin 811 (1988)

 

Quellen:

  • Ursula Köhler-Lutterbeck/Monika Siedentopf, Frauen im Rheinland, Emons Verlag 2001
  • Ernst Probst, Superfrauen 12 – Sport, Verlag Ernst Probst Mainz 2001
  • www.munzinger.de/document/01000051052 [17.9.2012]
  • http://www.dtb-tennis.de/ [15.7.2008]

(Iris Ruhl 2008)