Letzte Aktualisierung:
05. 06. 2017

 

Top 150 Briefmarken

 

Huch, Ricarda

Deutsche Schriftstellerin

* 18.7.1864 Braunschweig, † 17.11.1947 Schöneberg, Taunus

 

Ricarda Huch

 

Ricarda Huch wurde am 18. Juli 1864 in Braunschweig geboren. Sie stammt aus einer niedersächsischen Patrizierfamilie. Ihr Bruder Rudolf Huch und die Cousins Friedrich und Felix Huch waren ebenfalls Schriftsteller.

Sie besuchte eine Schule in Braunschweig und studierte 1888 – 1891 an der Universität Zürich Geschichte, Philosophie und Philologie. Sie promovierte als eine der ersten Frauen zum Dr. phil. Nach dem Studium arbeitete sie von 1891-97 als Bibliothekarin und als Lehrerin in Zürich und Bremen.

Ihr erster großer Roman erscheint 1893 („Erinnerungen von Ludolf Ursleu dem Jüngeren“). Mit diesem Buch verarbeitet sie ihre unglückliche Liebesbeziehung zu ihrem Vetter, Richard Huch, der mit ihrer Schwester verheiratet war. Sie heiratete 1898 den italienischen Zahnarzt Ermanno Ceconi in Wien (Scheidung 1906). 1907 heiratete sie Richard, doch die Ehe scheiterte nach drei Jahren. Nach längeren Aufenthalten in Italien lebt sie ab 1929 in Berlin, Heidelberg und Freiburg.

Ricarda Huch erobert sich eine Domäne der Männer:  die Geschichtsschreibung. Sie schreibt über Garibaldi, Bakunin, Freiherr von Stein, Luther und Lassalle, außerdem Werke über die Revolution von 1848 und den Dreißigjährigen Krieg.

1930 wird sie als erste Frau in die preußische Akademie der Künste aufgenommen, erklärt aber 1933 ihren Austritt, weil jüdische oder politisch unliebsame Mitglieder ausgeschlossen wurden.

Der 3. Band ihrer „Deutschen Geschichte“ wird in Deutschland nicht mehr veröffentlicht, ihr letztes Werk, Portraits von Widerstandskämpferinnen, blieb unvollendet.

Für ihre Arbeit erhielt Ricarda Huch viele Ehrungen: 1931 den Goethepreis der Stadt Frankfurt, 1933 eine Ehrung vom italienischen Staat für „großartigen Werke aus der neueren italienischen Geschichte“, 1944 den Wilhelm-Raabe-Preis der Stadt Braunschweig, 1946 wurde sie Ehrendoktor der Universität Jena, 1947 Ehrenpräsidentin des Ersten Deutschen Schriftstellerkongresses in Berlin.

Kurz vor ihrem Tod siedelte sie nach Frankfurt/Main über. Ricarda Huch starb am 17. November 1947 in Schöneberg, Taunus.

 

Briefmarken:

  • Bundesrepublik Deutschland 827 (1975)

 

Quellen:

  • „Berühmte Frauen. 300 Portraits“, Insel Verlag Frankfurt/Main Leipzig 1999
  • „Lexikon der Weltliteratur Bd. 1 Autoren“ von Gero Wilpert, Kröner Verlag Stuttgart 1988
  • „Deutsche Schriftsteller des 20. Jahrhunderts im Spiegel der Kritik“ von Franz Lennartz, Kröner Verlag Stuttgart 1984

(Anne-Marit Strandborg)